Datum
30.12.2023
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Schlesische Selbstverwalter – Neue politische Ausrichtung der Minderheit

Die Deutsche Minderheit in der Oppelner Region und der Schlesische Selbstverwaltungsverein bilden gemeinsam ein neues politisches Projekt - die Schlesischen Selbstverwalter (Śląscy Samorządowcy). Unter dieser Bezeichnung wollen beide ihre Position im Vorfeld der bevorstehenden Regionalwahlen stärken und gemeinsam die Wahlen bestreiten.

Nach den für das Wahlkomitee der Deutschen Minderheit in Polen äußerst unzufriedenstellend ausgegangenen Parlamentswahlen, bei denen der Abgeordnetensitz im Sejm verloren wurde und kein Mandat im Senat gewonnen werden konnte, diskutierte die Deutsche Minderheit intern ihre politische Ausrichtung. War sie seit über 30 Jahren vor allem auf kommunaler und regionaler Ebene, aber auch im Parlament in Warschau vertreten, lassen sich mit dem Blick auf die kommenden Wahlen in der Wojewodschaft Oppeln nun Veränderungen erkennen.

Gemeinsam mit dem Schlesischen Selbstverwaltungsverein (Śląskie Stowarzyszenie Samorządowe) führte die Deutsche Minderheit in den letzten Monaten und Wochen konstruktive Gespräche sowie zahlreiche Konsultationen mit Bürgermeistern, Landräten und Ratsmitgliedern auf verschiedenen Ebenen, die den Schritt einer Kooperation zwischen beiden in der Region Oppeln tätigen Organisationen klarer werden ließen. Die Entscheidung des Vorstands der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien (SKGD), ihre kulturellen und sozialen Aktivitäten von den politischen Aufgaben zu trennen, war neben den gleichen Zielen der Stärkung der multikulturellen Region des Oppelner Schlesiens der Anknüpfungspunkt, den Weg der Bildung des regionalpolitischen Projekts „Schlesische Regionalpolitiker“ einzuschlagen.

Die politische Ausrichtung der neuen Bewegung „Schlesische Regionalpolitiker“ soll von Menschen, die mit Schlesien verbunden sind und die Verantwortung für lokale, selbstverwaltete Angelegenheiten übernehmen wollen, gebildet werden, so Łukasz Jastrzembski, der Vorsitzende des Schlesischen Selbstverwaltungsvereins im Gespräch mit dem „Wochenblatt.pl“. Eingebunden werden sollen in das Engagement Bewohner der Region Oppeln, die sich unabhängig ihrer deutschen, polnischen oderschlesischen Wurzeln als Schlesier sehen und aktiv die Region positiv gestalten wollen. Dabei sei auch der Blick auf die Zeit, wie lange jemand in der Wojewodschaft Oppeln lebt, nicht der ausschlaggebende Faktor, so der Bürgermeister von Leschnitz weiter. Die „Schlesischen Regionalpolitiker“ sollen eine offene Bewegung sein, die auch aus der sogenannten Mehrheitsgesellschaft Menschen anzieht und als regionale Alternative in die nächsten Wahlen gehen kann.

Viele der bisher auf den Wahllistendes Wählerkomitee der Deutschen Minderheit kandierenden Personen schließen sichdem neuen Bündnis an. Rafał Bartek, Vorsitzender der SKGD, beschreibt denSchritt des Zusammengehens mit dem Schlesischen Selbstverwaltungsverein als eine große Veränderung, da sich die Menschen in den letzten Jahrzehnten darangewöhnt hätten, dass die Deutsche Minderheit mit einem eigenen Komitee bei den Selbstverwaltungswahlen antrete. Mit dem starken Bezug zur Region und der neuen Offenheit, auch Menschen der polnischen Mehrheit einzuladen, wolle sich die Deutsche Minderheit politisch neu und selbstbewusst aufstellen, ohne die eigene Herkunft zu vergessen, so der Vorsitzende Rafał Bartek weiter.

Das politische Programm, welchesbestimmt auf die Multikulturalität der Region als Alleinstellungsmerkmal setzenwird, wird derzeit ausgearbeitet. Die Kommunalwahlen sollen voraussichtlich am 7. April 2024 stattfinden.

Mehr Informationen finden Sie hier:

https://www.facebook.com/SlascySamorzadowcy

https://wochenblatt.pl/es-kommt-etwas-neues/

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