Koschyk: Deutsche Heimatvertriebene und Spätaussiedler müssen noch enger mit den deutschen Minderheiten in Europa und den GUS-Staaten zusammenarbeiten

15.08.2018

Martens Gaida Koschyk


Hartmut Koschyk gemeinsam mit der Vizepräsidentin der Föderalistische Union Europäischer Nationalitäten(FUEN) und stellv. Vorsitzenden des Internationalen Verbandes der deutschen Kultur (IVDK) in Russland, Olga Martens und dem Vorsitzenden des Verbands der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG) und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten (ADGM) in der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN)
 

Der ehemalige Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten und langjährige Bundestagsabgeordnete Hartmut Koschyk hat die deutschen Heimatvertriebenen und Spätaussiedler dazu aufgerufen, noch enger mit den deutschen Minderheiten in Europa und der ehemaligen Sowjetunion zusammenarbeiten. Bei einer Kulturtagung des Hessischen Landesverbandes des Bundes der Vertriebenen in Heppenheim/Bergstraße, sagte Koschyk:

„Von einem noch stärkeren Schulterschluss zwischen den deutschen Heimatvertriebenen und Spätaussiedlern und den deutschen Minderheiten in Europa und den GUS-Staaten profitieren beide Seiten. Die Heimatvertriebenen und Spätaussiedler in Deutschland sind die berufenen Sachwalter der Anliegen deutscher Minderheiten, vor allem was die Bewahrung der deutschen Identität durch die deutsche Muttersprache und die angestammte Kultur anbelangt. Hier sind noch große Anstrengungen zu leisten, um nach der jahrzehntelangen Diskriminierung und Verfolgung während der kommunistischen Diktaturen die Existenz der deutschen Minderheiten auf Dauer zu sichern. Hierbei müssen die Landsmannschaften und Vertriebenenverbände auch unbequeme Mahner sein, damit die deutsche Politik und Gesellschaft ihre Verantwortung für die deutschen Landsleute im Osten auch in Zukunft nachhaltig und beherzt wahrnimmt. Die deutschen Minderheiten wiederum könnten die deutschen Heimatvertriebenen und Aussiedler dabei unterstützen, die Verbindungen zur angestammten Heimat lebendig zu erhalten, z.B. durch zivilgesellschaftliche Begegnungen und lebendigen Kultur-, Wissenschafts- und Wirtschaftsaustausch!“

Koschyk verwies darauf, dass sich die gegenwärtige Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag vom April 2018 ausdrücklich zu ihrer „besonderen Verpflichtung gegenüber den Deutschen in Mittelosteuropa und den Nachfolgestaaten der Sowjetunion, die als Aussiedler und Spätaussiedler zu uns kamen oder als deutsche Minderheiten in den Herkunftsgebieten leben“ bekennt. Auch kommt im Koalitionsvertrag der klare Wille zum Ausdruck, „die nationalen Minderheiten in Deutschland und die deutschen Minderheiten in Dänemark, in Mittelost- und Südosteuropa und den Nachfolgestaaten der Sowjetunion weiter fördern. Wir wollen die Maßnahmen zum Erhalt des kulturellen Erbes der Heimatvertriebenen, der Aussiedler und der deutschen Minderheiten unter ihrer Einbeziehung – gegebenenfalls auch strukturell – weiterentwickeln. … Das kulturelle Erbe der Deutschen in Mittel- und Osteuropa und das Kulturgut der Vertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler sind wichtige Bestandteile der kulturellen Identität Deutschlands. Wir wollen die im Sinne des § 96 des Bundesvertriebenengesetzes tätigen Einrichtungen gemeinsam mit den Heimatvertriebenen, Aussiedlern und deutschen Minderheiten als Träger dieses Erbes sowie im Sinne der europäischen Verständigung für die Zukunft ertüchtigen und die Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen stärken.“

Die neue Bundesregierung, so Koschyk, stellt sich damit ausdrücklich hinter die Ziele, die im Jahre 2016 unter den Stichworten „Erinnerung bewahren – Brücken bauen – Zukunft gestalten“ in der Weiterentwicklung der Konzeption zur Erforschung, Bewahrung, Präsentation und Vermittlung der Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa nach § 96 Bundesvertriebenengesetz (BVFG) festgelegt wurden.
Diese politischen Leitlinien müssten jetzt mit Leben erfüllt werden. Um diese Kulturförderung im Sinne des Koalitionsvertrages weiter zu intensivieren, hat die Staatsministerin für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters, das Gespräch mit der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen aufgenommen und diese gebeten, ein Förderkonzept mit dem Schwerpunkt der Stärkung der eigenständigen Kulturarbeit der deutschen Heimatvertriebenen zu entwickeln, das sich an der weiterentwickelten Konzeption von 2016 orientiert.

Koschyk begrüßte dieses Initiative von Kulturstaatsministerin Grütters, vor allem die Beauftragung der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen, ein Förderkonzept zur Stärkung der eigenständigen Kulturarbeit der deutschen Heimatvertriebenen zu erarbeiten. Damit so Koschyk, erfolge endlich wieder eine Aufwertung der in der Vergangenheit stark vernachlässigten Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen. Koschyk gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen alsbald ihr „Schattendasein“ beenden könne und wie bis 1998 unter den Bundesregierungen von Helmut Kohl wieder institutionell vom Bund gefördert werde.

Koschyk dankte dem BdV-Hessen für sein intensives Engagement für die deutschen Minderheiten in Europa und der ehemaligen Sowjetunion, was zum Beispiel durch die regelmäßigen Studien- und Begegnungsfahrten zu deutschen Minderheiten zum Ausdruck komme. Auch begrüßte Koschyk, dass bei der diesjährigen zentralen Veranstaltung des Hessischen Gedenktages für die Opfer von Flucht, Vertreibung und Deportation der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft deutscher Minderheiten (AGDM) in der Föderation Europäischer Nationalitäten (FUEN) Bernhard Gaida die Hauptrede halten wird.

Zur Internetseite der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten (ADGM) gelangen Sie hier.

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