Stärkung der Bürgerdiplomatie in den ländlichen Regionen Boliviens, Paraguays und Argentiniens

02.12.2021

Ein zentrales Anliegen der Stiftung Verbundenheit ist es, die Reichweite der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik (AKBP) auch in den ländlichen Regionen zu stärken. Die große Sympathie und Offenheit für Deutschland ist außerhalb der Metropolregionen in den Staaten des Cono Sur sehr ausgeprägt. Aufgrund geografischer und sozioökonomischer Gegebenheiten beschränken sich die Angebote der deutschen Auslandsinstitutionen und Mittlerorganisationen der AKBP allerdings in der Regel auf städtische Regionen und urbane Gesellschaftsschichten. In Bolivien, Paraguay und Argentinien arbeitet die Stiftung Verbundenheit deswegen an konkreten Projekten und Angebote für die ländliche Bevölkerung.

Dr. Marco Just Quiles, Gabriel Podevils und Jan Wilms von der Stiftung Verbundenheit bei der Begrüßung durch Bürgermeister Freddy Cubas (links) im Munizip Eucaliptus im Department Oruro, Bolivien.
Dr. Marco Just Quiles, Gabriel Podevils und Jan Wilms von der Stiftung Verbundenheit bei der Begrüßung durch Bürgermeister Freddy Cubas (links) im Munizip Eucaliptus im Department Oruro, Bolivien.

In Bolivien arbeitet die Stiftung Verbundenheit beispielsweise am Aufbau eines Netzwerkes von Jugendvertretungen (consejos juveniles) in ländlichen Munizipien des Departments Oruro. Das Projekt, das im Rahmen der Bürgerdiplomatie-Initiative #JungesNetzwerk von bolivianischen Mitgliedern konzipiert und umgesetzt wird, befindet sich in der Pilotphase. Der Projektleiter der Stiftung Verbundenheit, Dr. Marco Just Quiles, der Sprecher der Initiative #JungesNetzwerk, Gabriel Podevils, und der Projektmitarbeiter der Stiftung Verbundenheit, Jan Wilms, wurden zur Besprechung des Projektes im Munizip Eucaliptus vom Bürgermeister Freddy Cubas empfangen. Neben weiteren Vertretern des Munizips nahm auch Max Zavala, Mitglied von #JungesNetzwerk und Initiator des Projektes, am Treffen teil. Bürgermeister Cubas betonte im Gespräch mit den Stiftungsvertretern, dass die Unterstützung durch die deutsch-lateinamerikanische Bürgerdiplomatie-Initiative sehr hilfreich sei, um die Jugendpartizipation in der Lokalpolitik zu stärken.

Die Stiftung Verbundenheit zu Besuch im Munizip Eucaliptus in Oruro, Bolivien.
Die Stiftung Verbundenheit zu Besuch im Munizip Eucaliptus in Oruro, Bolivien.

Dr. Just Quiles und sein Team trafen sich in Bolivien auch mit dem Direktor der Abteilung „Zivilgesellschaft und Bürgerpartizipation“, Benecio Quispe, die dem Vizepräsidenten Boliviens unterstellt ist. Quispe zeigte sich erfreut, dass die Stiftung Verbundenheit sich dem Thema der Bürgerdiplomatie insbesondere außerhalb der Metropolregionen widme. Die Erweiterung der Reichweite internationaler Organisationen und deren Angebote zur Stärkung der Zivilgesellschaft in ländlichen Regionen sei ein zentrales Anliegen der Abteilung „Zivilgesellschaft und Bürgerpartizipation“. Projektleiter Dr. Just Quiles versicherte diesbezüglich mit der staatlichen Institution im Kontakt zu bleiben.

Mit dem Direktor der Abteilung „Zivilgesellschaft und Bürgerpartizipation“, Benecio Quispe des Büros des Vizepräsidenten von Bolivien
Mit dem Direktor der Abteilung „Zivilgesellschaft und Bürgerpartizipation“, Benecio Quispe des Büros des Vizepräsidenten von Bolivien

Auch in Paraguay intensiviert die Stiftung Verbundenheit ihre Aktivitäten in den ländlichen Gegenden. Kürzlich wurde die Wissenschaftlerin Ingrid Villalba mit der Anfertigung einer Studie über die Strukturen der deutschsprachigen Gemeinschaft außerhalb der Hauptstadt Asunción beauftragt. Mit einer ähnlichen Studie konnte die Stiftung Verbundenheit 2018 das Potenzial der deutschsprachigen Gemeinschaft in den argentinischen Provinzen aufzeigen. In Paraguay sollen insbesondere die traditionellen Siedlungsgebiete im Süden und Westen des Landes besucht werden. Die Studie wird inhaltlich vom Goethe-Zentrum Asunción, der Deutschen Botschaft in Asunción und der deutschsprachigen Zeitung „Die Zeitung“ begleitet.

Im Goethe-Zentrum Asunción mit der Direktorin Simone Herdrich (links) und Frau Ingrid Villalba (rechts).
Im Goethe-Zentrum Asunción mit der Direktorin Simone Herdrich (links) und Frau Ingrid Villalba (rechts).

In Argentinien arbeitet die Stiftung Verbundenheit schon seit 2018 mit den deutschsprachigen Gemeinschaften und der Zivilgesellschaft in vielen Provinzen außerhalb der Metropolregionen. Dabei hat sich eine sehr gute Zusammenarbeit mit den deutschen Auslandsinstitutionen entwickelt, die das Netzwerk der Stiftung Verbundenheit für die Verbreitung der institutionellen Angebote nutzen. Die Stiftung Verbundenheit ist mittlerweile in 12 Provinzen Argentiniens aktiv. Kürzlich konnte die Stiftungspräsenz in der ländlich geprägten Region Entre Rios ausgebaut werden, die sich durch die wolgadeutsche Auswanderkultur auszeichnet.

In Aldea Brasileira mit Vertretern der wolgadeutschen Organisationen.
In Aldea Brasileira mit Vertretern der wolgadeutschen Organisationen.

Die Stiftung Verbundenheit sieht in der Einbindung der ländlichen Regionen in die AKBP einen der innovativsten Aspekte, so Projektleiter Dr. Just Quiles: „die Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Akteuren außerhalb der Metropolregionen ist zu einem Markenzeichen unserer Arbeit geworden. Wir freuen uns, dass wir somit einen doppelten Mehrwehrt generieren; sowohl für die zivilgesellschaftlichen Partner als auch für die deutschen Auslandsinstitutionen.“

Kontakt

Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland
An der Feuerwache 19
95445 Bayreuth

Fon: +49 (0) 921-15108240
E-Mail: nfstftng-vrbndnhtd
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