Stiftung Verbundenheit und die Deutschen Botschaft laden junge Vereinsvertreter zur Vorstellung ihrer Aktivitäten nach Buenos Aires ein

18.03.2019

Bei einer gemeinsam mit der Deutschen Botschaft organsierten Informationsveranstaltung, konnten am 11.3.19 junge Repräsentanten verschiedener deutsch-argentinischer Kulturvereinigungen ihre vielfältigen Vereinsaktivitäten vor Vertretern der deutschen Institutionen in Buenos Aires vorstellen. Anwesend waren sowohl der Direktor des Goethe-Institutes, Herr Uwe Mohr, als auch die Vertreterin des DAAD, Frau Judith Lehmann, sowie weitere Mitarbeiter der Deutschen Botschaft. Ziel der Veranstaltung war es, den deutschen Institutionen in Argentinien ein Bild der jungen Generation von Deutsch-Argentiniern zu vermitteln, die sich in ihren Vereinen für eine inhaltliche Modernisierung und institutionelle Öffnung einsetzen. Eingeladen waren der Vorsitzende des Deutsch-Argentinischen Vereins in von San Justo (Provinz Santa Fe), Gabriel Podevills (32 Jahre), die Koordinatorin der Wachnitz-Stiftung in Eldorado (Provinz Misiones), Silvia Saenger (33 Jahre) und der Präsident des Deutsch-Österreichischen Vereins in Resistencia (Provinz Chaco), Sebastian Schulz (36 Jahre).

Eröffnet wurde die Veranstaltung vom Kulturreferenten der Deutschen Botschaft, Herrn Harald Herrmann, der auch dank der Stiftung Verbundenheit über die deutsch-argentinische Vereinslandschaft auf die diversen Aktivitäten der „Jungen Generation“ aufmerksam geworden ist. Gemeinsam haben diese Vereine, dass sie dem stereotypischen Bild der Brauchtums- und Traditionsvereine, eine moderne und progressive Vereinsphilosophie entgegensetzen. Anstatt einem überholten Deutschlandbild verhaftet zu sein, orientieren sie sich an der zeitgenössischen Realität des Landes.

Gabriel Podevills, Deutsch-Argentinischer Verein San Justo (Santa Fe)
Gabriel Podevills, Deutsch-Argentinischer Verein San Justo (Santa Fe)

So erklärte Gabriel Podevils bei der Vorstellung seines Vereins, dass sich seine Generation für die aktuellen Trends und Debatten in Deutschland interessiere und diese als Impulse für die Vereinsaktivitäten verstehe:

„Auch wenn wir uns der Tradition unserer Vorfahren bewusst sind, sind wir durch das moderne Deutschland beeinflusst. Wir kennen das „alte“ Deutschland nicht. Durch die Erzählungen unserer Großeltern können wir uns ein Bild der Vergangenheit machen, wir haben sie aber nicht gelebt. Wir sind in Argentinien geboren, wir gehören hier hin aber unsere emotionale Verbundenheit mit Deutschland wird durch die Aktualität bestimmt. Unser Verbundenheitsgefühl speist sich aus einem starken Interesse für das aktuelle Deutschland. Dies versuchen wir in allen unseren Aktivitäten zum Ausdruck zu bringen.“

In diesem Sinne organsiert der Deutsche Verein in San Justo Initiativen zur sozialen Inklusion und zum Umweltschutz. Seit einem Jahr betreibt der Verein in Kooperation mit der Stadt San Justo ein ökologisches Gartenprojekt, das speziell für Kinder und Jugendliche aus Problemvierteln konzipiert ist.

Sebastian Schulz, Deutsch-Österreichischen Vereins Resistencia (Chaco)
Sebastian Schulz, Deutsch-Österreichischen Vereins Resistencia (Chaco)

Einen sozialen Ansatz verfolgt auch der Deutsch-Österreichische Verein in Resistencia. Vereinspräsident Sebastian Schulz berichtete über die gemeinsam mit weiteren deutsch-argentinischen Vereinen organisierten Kleider- und Lebensmittelspenden für Bedürftige. Mit diesen sozialen Aktivitäten erreicht der Verein besonders marginale Gesellschaftsschichten. Gleichzeitig organisiert der Verein erschwingliche Sprachkurse für die lokale Bevölkerung. Damit könne man, so Schulz, das Interesse für die deutsche Sprache besonders bei Anfängern fördern, die im Anschluss in der vom Goethe-Institut geförderten Kulturgesellschaft Resistencia, einen lizensierten Sprachkurs belegen und ein Sprachzertifikat erhalten können. Im kulturellen Bereich bietet der Deutsch-Österreichische Verein kostenlose Tanzkurse an. Auch mit musikalischen Veranstaltungen – u.a. eine Konzertreihe mit klassischer Musik – wurde in der Vergangenheit ein breites Publikum in Resistencia erreicht. Für die jüngeren Generationen organsiert der Deutsch-Österreichische Verein in regelmäßigen Abständen die Oldtimer-Messe „Fierros y Chops“, die von mehr als tausend Menschen besucht wird.

„Wir sehen uns als eine lokal verwurzelte Institution, die den Anspruch hat, die sehr beliebte deutsche Tradition mit neuen Kulturelementen zu verbinden. Durch die Zusammenarbeit mit der Stiftung Verbundenheit haben wir uns mit weiteren progressiven Vereinen vernetzt und entwickeln gerade gemeinsame Projekte im Umweltbereich. Wir möchten unseren guten Ruf in Resistencia nutzen, um aktuelle Trends aus Deutschland wie beispielsweise den Ausbau erneuerbarer Energien auch hier in Argentinien bekannt zu machen.“

Silvia Sänger, Wachnitz-Stiftung Eldorado (Misiones)
Silvia Sänger, Wachnitz-Stiftung Eldorado (Misiones)

Einen interessanten Ansatz, der soziales Engagement und Spracharbeit verbindet, verfolgt auch die Wachnitz-Stiftung in Eldorado. Die Koordinatorin Silvia Sänger stellte die neusten Projekte der Stiftung im Bereich sozialer Inklusion vor. Die Provinz Misiones sei besonders stark von häuslicher Gewalt gegen Mädchen und Frauen geprägt. Über Informationskampagnen und gratis Deutschsprachkurse bietet die Wachnitz-Stiftung jungen Mädchen die Chance, dem gewaltgeprägten Alltag zu entfliehen.

„Wir nutzen unsere Expertise in der Spracharbeit, um die Mädchen und junge Frauen in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken. Die Möglichkeit Deutsch zu lernen, um eventuell an Austauschen oder auch AuPair-Programmen teilzunehmen, motiviert unsere Schülerinnen sehr. Wir arbeiten in diesem Bereich auch mit der vor kurzem gegründeten deutsch-argentinischen Vereinigung Eldorado zusammen. Die Stiftung ist außerdem mit den lokalen politischen Institutionen vernetzt. Wir sind froh, dass wir auch von argentinischer Seite immer mehr als aktiver, sozialpolitischer Akteur wahrgenommen werden. Wir sind sehr motiviert auch andere deutsch-argentinische Vereine dazu zu bringen, mehr sozialverantwortliche Aktivitäten in ihren Lokalitäten durchzuführen“.

Die anwesenden Vertreter der deutschen Institutionen zeigten sich sehr interessiert an den diversen Vereinsaktivitäten. Beendet wurde die Veranstaltung durch Dr. Marco Just Quiles, der die vier Förderlinien des Argentinien-Projektes der Stiftung Verbundenheit vorstellte. In enger Abstimmung mit der Botschaft werde man die vorhandenen Synergien zwischen den Vereinsaktivitäten und den Arbeitsschwerpunkten der Mittlerorganisationen in Argentinien weiter fördern.

Kontakt

Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland
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