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Datum
23.10.2026
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Koschyk besucht die RegionOradea/Großwardein

Der Vorsitzende des Stiftungsrates der Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland, Hartmut Koschyk, hat die Region Oradea/Großwardein in Rumänien besucht.

Dort ist das Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Verbundenheit, der Musiker Andrej Vesel als Chefdirigent der Philharmonie Oradea tätig.

Die Region versteht sich als „Kleineuropa“ und zeichnet sich durch ein vorbildliches Zusammenleben der verschiedenen Bevölkerungsgruppen und Religionsgemeinschaften aus.

Auch ist Koschyk mit dem Bischof der Römisch-Katholischen Diözese Oradea, László Böcskei gut bekannt, der vor seiner Bischofsweihe Generalvikar der Diözese Temeswar/Timisora im Banat gewesen ist. Koschyk war während seines Besuches in Großwardein Gast im bischöflichen Palais und wurde in Vertretung des in Rom weilenden Bischofs von Bischofssekretär Vakon Zsolt betreut.

Zu Gast im Bischöflichen Palais und der Römisch-Katholischen Kathedrale in Großwardein/Oradea

Auch die im Demokratischen Forum der Deutschen in Rumänien organisierte deutsche Minderheit in der Region ist sehr aktiv und verfügt mit dem Friedrich Schiller - Lyzeum über eine renommierte Schule in deutscher Unterrichtssprache, die mit dem Evangelischen Gymnasium in Tharandt bei Dresden über eine hervorragende Partnerschule verfügt, mit der ein reger Schüleraustausch besteht.

Andrej Vesel, Mitglied des Kuratoriums der Stiftung Verbundenheit, ist seit drei Jahren Chefdirigent der Philharmonie Oradea/Großwardein

Zum Auftakt seines Besuches nahm Koschyk an einem Konzert der Philharmonie Oradea teil, das von Andrej Vesel dirigiert wurde. Auf dem Programm stand das „Concerto in F“ von George Gershwin mit dem österreichischen Pianisten Karl Eichinger als Solisten. Eichinger ist zugleich Intendant der Internationalen Konzerttage im österreichischen Stift Zwettl. Die Philharmonie Oradea hat sich unter ihrem Chefdirigenten Andrej Vesel zu einem weithin beachteten Klangkörper entwickelt, der regelmäßig mit großen und anspruchsvollen Konzertwerken aufwartet.

Zeitgleich zu Koschyks Aufenthalt in Oradea besuchte auch die Botschaftern Österreichs in Rumänien, Frau Ulla Krauss-Nussbaumer die Region. Sie wurde vom Gesandten im Österreichischen Außenministerium, Bernhard Faustenhammer begleitet, der dort u.a. für die deutschsprachigen Minderheiten in Mittel- und Osteuropa zuständig ist und den Koschyk von seinen Aufenthalten und politischen Gesprächen in Wien kennt. Die Stiftung Verbundenheit verbindet eine intensive Kooperation mit dem VLÖ, dem Verband der deutschen altösterreichischen Landsmannschaften in Österreich, der seinen Sitz im „Haus der Heimat“ in Wien hat.

Weitere Delegationsmitglieder waren der österreichische Honorarkonsul in Temeswar, Georg Bardeau, der Kulturreferent der Österreichischen Botschaft in Bukarest, Andrej Popov und die künftige Direktorin des Österreichischen Kulturforums in Bukarest, Vera Ben-Bouzid.

Zusammen mit Botschafterin Krauss-Nussbaumer und ihrer Delegation sowie Kuratoriumsmitglied Andrej Vesel besuchte Koschyk eine Jubiläumsveranstaltung der Tanzgruppe „Enzian“ der deutschsprachigen Minderheit in Großwardein, an der auch weitere Kulturgruppen der Region sowie eine ungarndeutsche Kulturgruppe teilnahmen. Hierbei ergab sich ein intensiver Gedankenaustausch mit dem Vorsitzenden des Demokratischen Forums der Deutschen im Kreis Bihor, Norbert Heilmann, der ausführlich über die vielfältigen Aktivitäten der deutschen Minderheit berichtete.

Ein weiterer gemeinsamer Programmpunkt war der Besuch der deutschsprachigen römisch-katholischen Sonntagsmesse in der Kapuzinerkirche in Großwardein, zelebriert von Pfarrer Mihai Mart. Dabei erklangen auch Lieder aus der „Deutschen Messe“ von Johann Michael Haydn, der seit 1760 als bischöflicher Kapellmeister in Großwardein gewirkt hat, bevor er 1763 nach Salzburg berufen wurde.

Zu Besuch in der Großen Synagoge von Oradea

Ebenfalls gemeinsam besuchten die Vertreter aus Österreich und Deutschland die sehr aktive jüdischen Gemeinde der Großen Synagoge in Oradea, wo der Vorsitzende Robert Schorr und der Kantor Robert Rezmuves die Gäste herzlich willkommen hießen. Sie dankten insbesondere Dirigent Andrej Vesel für die intensive Zusammenarbeit mit der jüdischen Gemeinde und berichteten über das reichhaltige jüdische Gemeindeleben.

Hartmut Koschyk informierte die jüdische Gemeinde über die Kooperation der Stiftung Verbundenheit mit der Jeckes-Organisation in Israel und sah dadurch Anknüpfungspunkte mit der jüdischen Gemeinde und der deutschsprachigen Minderheit in Großwardein/Oradea gegeben.

Intensive Begegnungen mit der deutschen Minderheit im Raum Großwardein/Oradea

In Oradea lud die Österreichische Botschafterin Ulla Krauss-Nussbaumer zu einem Konzert mit dem Musiker- Duo „Minerva“ ein, bei dem die Klarinettistin Johanna  Gossner und der Akkordeonist Damian Kellereindrucksvolle Interpretationen klassischer, zeitgenössischer und jüdischer Musik darboten, die das Publikum begeisterte. An diesem Konzert nahmen auch die führenden Repräsentanten der Stadt Oradea und des Kreises Bihor teil, mit denen sich ein offener Gedankenaustausch ergab.

Zu Besuch am Friedrich Schiller - Lyzeum in Großwardein/Oradea

Beim Besuch des Friedrich Schiller Lyzeums wurde Koschyk von den Vorsitzenden des Demokratischen Forums der Deutschen in Großwardein, Arnold Theisz und im Kreis Bihor,  Norbert Heilmann begleitet. Beide gehören der jüngeren Generation an und haben der Arbeit der deutschen Minderheit neue Impulse gesetzt. Erst vor kurzem hat der Abgeordnete des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, Ovidiu Gant das Schiller-Lyzeum besucht und sich gegenüber den lokalen Verantwortungsträgern vehement für den Bestand und die Weiterentwicklung der Schule eingesetzt.

Im Friedrich Schiller - Lyzeum konnte sich Koschyk im Gespräch mit Direktorin Emese Jakabffy, der Fachschaftsberaterin für Deutsch der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen Daniela Pörtzel aus Leipzig, dem Rektor des Evangelischen Gymnasiums in Tharandt, Volker Gaitsch sowie mit Schülern von dem hohen Niveau der Bildungseinrichtung überzeugen. Koschyk wohnte auch der Überreichung des Deutschen Sprachdiploms an Schüler der 10. Klasse bei. Schließlich nahm er auch an einer Seminarveranstaltung teil, bei der der Redakteur Siegfried Thiel von der Allgemeinen Deutschen Zeitung in Rumänien eine Einführung in den Journalismus gab und den Schülern aus Deutschland und Rumänien die ersten Schritte des Zeitungs-Handwerks vermittelte.

Zu Besuch in der St. Antonius-Kirche in Neupalota

Im Anschluss an den Schulbesuch informierte sich Koschyk über die Geschichte der eindrucksvollen Römisch-Katholischen St. Antonius-Kirche in Neupalota unweit von Großwardein, die vom Grafen Johann Maria Frimont (1759 - 1831) errichtet wurde. Dieser stammte aus Finsterlingen in Lothringen, wurde aufgrund seiner militärischen Verdienste vom österreichischen Kaiser geadelt und war  österreichischer Oberbefehlshaber in Venetien mit Sitz in Padua, wo ihm die Idee kam, dem Heiligen Antonius von Padua zu Ehren eine Kirche in Neupalota zu errichten, woer ein Landgut zum Dank für seine militärischen Leistungen erhalten hatte. Graf Frimont war zuletzt Chef des Kaiserlichen Kriegshofrates. Nach seinem Tod in Wien verfügte er seine Beisetzung in einer Gruft der von ihm erbauten St.Antonius-Kirche in Neupalota, die bis heute das religiöse Zentrum der deutschsprachigen Gemeinschaft im Raum Großwardein darstellt und in der regelmäßig deutschsprachige Gottesdienste gefeiert werden.

Zum Abschluss seines Besuches in der Region Oradea/Großwardein nahm Koschyk an einer Orchesterprobe der Philharmonie Oradea unter Leitung von Andrej Vesel teil und besprach mit ihm geplante Kulturprojekte der Stiftung Verbundenheit. Koschyk dankte Vesel für sein großartiges kulturelles Engagement in Oradea/Großwardein und seine enge Zusammenarbeit mit den verschiedenen kirchlichen und kulturellen Akteuren der Region. Koschyk wörtlich:

„Andrej Vesel wirkt in der Region Oradea/Großwardein als eine wahrer Kulturbotschafter Europas und hat durch sein vielfältiges künstlerisches Schaffen nachhaltige Impulse im Kulturleben der Region gesetzt!“

 

 

 

 

 

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