Mit Unterstützung der Stiftung Verbundenheit hat der Dachverband der deutschstämmigen Israelis „Assoziation Israelis mitteleuropäischer Herkunft“ (Irgun) ihr diesjähriges „Next Generation Forum“ in Tel Aviv mit mehr als 350 Gästen durchgeführt. Unter dem Leitthema der kulinarischen Traditionen und ihrer Bedeutung für Identität, Erinnerung und Zugehörigkeit bot die Veranstaltung Raum für Begegnungen, Vernetzung und den Austausch zwischen den Generationen der „Jeckes“-Gemeinschaft. Bei der Eröffnung sprachen neben dem Vorsitzenden des Irgun, Prof. Yoram Danzinger, auch der Hauptgeschäftsführer der Stiftung Verbundenheit Dr. Marco Just Quiles und die Geschäftsführerin des Irgun, Leora Shoham-Peters. Zudem begleiteten von der Stiftung Verbundenheit Kuratoriumsmitglied und Israel-Beauftragte Werner Sonne und Stiftungsmitarbeiterin Frauke Berg die Veranstaltung im Yitzhak Rabin Center, Tel Aviv.
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Eröffnet wurde die Veranstaltung durch den Vorsitzenden der Irgun Jeckes, Prof. Yoram Danziger. In seiner Begrüßung hob er die Bedeutung des generationenübergreifenden Austauschs für die Zukunft der Gemeinschaft hervor und betonte, dass das kulturelle Erbe der Jeckes nur dann lebendig bleiben könne, wenn es von den jüngeren Generationen aufgegriffen, weiterentwickelt und in die Gegenwart getragen werde.
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Im anschließenden Grußwort sprach Dr. Marco Just Quiles über die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Irgun Jeckes. Er unterstrich die Bedeutung gemeinsamer Initiativen, die insbesondere junge Israelis mit mitteleuropäischen Wurzeln an die Gemeinschaft heranführen sollen. Die Jeckes seien nicht nur Bewahrer eines besonderen kulturellen Erbes, sondern auch wichtige Brückenbauer in den deutsch-israelischen Beziehungen. Ziel der Kooperation sei es, die nächste Generation stärker einzubinden und so die Zukunft der Gemeinschaft aktiv mitzugestalten.
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Auch die Geschäftsführerin der Irgun Jeckes, Leora Shoram-Peters, ging auf die Zusammenarbeit mit der Stiftung Verbundenheit ein und stellte aktuelle Entwicklungen innerhalb der Organisation vor. Dabei präsentierte sie neue Initiativen, die sich gezielt an jüngere Generationen richten. Besonders vorgestellt wurde ein Projekt, das Familien dabei unterstützen soll, über Herkunft, Familiengeschichte und kulturelles Erbe ins Gespräch zu kommen und den Austausch zwischen den Generationen zu fördern. Durch den Abend führte Shelly Hillel, die die Gäste zwischen den einzelnen Programmpunkten begleitete und für einen abwechslungsreichen Ablauf sorgte.
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Den inhaltlichen Schwerpunkt des Forums bildete das Thema Essen als Ausdruck kultureller Identität. Im Mittelpunkt stand zunächst eine von David Kichka, Vorsitzender der Israeli Association for Culinary Culture, moderierte Podiumsdiskussion. Zu den Gästen des Panels gehörten der renommierte Koch Raz Rahav, der österreichische Bäcker und Konditor Stefan Macher, die Gastronomin und Autorin Orna Raskin sowie die Food-Bloggerin Efrat Lichtenstadt. Gemeinsam sprachen sie über die Bedeutung von Familienrezepten, Erinnerungen und kulinarischen Traditionen für Heimatgefühl, Identität und Zugehörigkeit. Dabei wurde deutlich, dass viele Gerichte weit mehr sind als nur Speisen. Sie bewahren Familiengeschichten, schaffen Verbindungen zwischen den Generationen und halten Erinnerungen an die Herkunft lebendig. Einige der Teilnehmenden berichteten, wie Rezepte ihrer Eltern und Großeltern bis heute fester Bestandteil ihrer Arbeit sind und teilweise bewusst unverändert weitergegeben werden. Andere traditionelle Gerichte werden behutsam weiterentwickelt und so für neue Generationen und ein breiteres Publikum zugänglich gemacht.
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Im Anschluss hielt David Kichka einen Vortrag über die Einflüsse der mitteleuropäischen Einwanderung auf die israelische Küche. Anhand zahlreicher Beispiele zeigte er auf, wie stark die Jeckes das heutige kulturelle Leben Israels geprägt haben. So wurden etwa die mitteleuropäische Kaffeehauskultur sowie zahlreiche Back- und Kuchentraditionen nach Israel gebracht und sind heute selbstverständlicher Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Der Vortrag machte eindrucksvoll deutlich, wie kulturelle Einflüsse der deutschsprachigen Einwanderer bis heute in der israelischen Alltagskultur fortwirken.
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Auch das Rahmenprogramm spiegelte die Verbundenheit mit den mitteleuropäischen Wurzeln wider. Die Besucherinnen und Besucher konnten Bratwürste, Bier, Kaffee und Apfelstrudel genießen, an verschiedenen Ständen stöbern, hebräische Ausgaben von Max und Moritz erwerben und an einer Tombola teilnehmen. Zu den Gästen zählten neben zahlreichen Mitgliedern der Jeckes-Gemeinschaft auch Vertreter der deutschen Botschaft, der österreichische Botschafter sowie der Repräsentant des Freistaats Bayern in Israel.
Das Next Generation Forum erwies sich als gelungenes intergenerationelles Vernetzungsevent, das Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und Hintergründe zusammenführte. Hebräisch, Englisch und Deutsch waren gleichermaßen zu hören und verdeutlichten die kulturelle Vielfalt der Jeckes-Gemeinschaft. Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie lebendig das mitteleuropäische Erbe auch heute noch ist und wie es durch die jüngeren Generationen in die Zukunft getragen wird.
Foto Credits: Emanuel Maymon





