
Beim Sprachklub International stand diesmal die Architekturim Mittelpunkt. Knapp 20 Teilnehmende aus Nord- und Südamerika kamen amVormittag zu einer Stunde Austausch mit Mark Römisch von der Harvard Universityzusammen. Gemeinsam ging es um die Frage, wie sich das Bauhaus zwischenDeutschland und Amerika entwickelt hat. Ziel der Veranstaltung war es,Architektur als Teil von Kultur und Sprache erfahrbar zu machen und den jungenDeutschlernenden Raum für eigene Fragen, Perspektiven und den Austausch mit einemExperten zu geben.
Mark Römisch ist Germanist und Fotograf und unterrichtetseit mehr als 15 Jahren Deutsch an amerikanischen Universitäten, zuletzt amMIT. In seinem kommenden Buch Bauhaus New England: Portraits of anArchitectural Legacy beschäftigt er sich mit modernistischen Häusern inNeuengland, die mit dem Bauhaus verbunden sind. Er stellt sie in einen Dialogmit der Landschaft und der deutschen Romantik, insbesondere mit dem Begriff derWaldeinsamkeit. Das Buch wird am 30. September in Boston vorgestellt.
In seinem Vortrag zeigte er, wie das Bauhaus in die USA kamund sich dort an eine neue Umgebung anpassen musste. Er illustrierte das miteigenen Schwarz-Weiß-Fotografien. Ein zweiter Schwerpunkt war die Beziehung vonArchitektur und Natur: Wie treten Gebäude mit ihrer Landschaft in Dialog? Dabeispielte auch die Waldeinsamkeit eine Rolle, ein Begriff aus der deutschenRomantik, der das Gefühl beschreibt, allein und zugleich geborgen im Wald zusein.
In der anschließenden Diskussion beteiligten sich vor allemdie jüngeren Teilnehmenden aktiv. Sie zogen eigene Vergleiche, etwa zu denBauten Friedensreich Hundertwassers, und brachten so weitere Perspektiven ein.Zum Abschluss bekamen alle eine Reflexionsaufgabe mit auf den Weg: Was brauchtArchitektur, damit man sich in ihr wohlfühlt?
Der Sprachklub International bietet eine Plattform fürinterkulturellen Austausch und gemeinsames Lernen und verbindet Perspektivenaus verschiedenen Ländern. Organisiert wird die Reihe von Stefanie Mischner,Präsidentin der German Language School Conference, Leticia Marquizo,Übersetzerin und Deutschlehrerin aus Uruguay, und Merle Aguilar,Projektkoordinatorin der Stiftung Verbundenheit. Die technische Begleitungübernahm Frauke Berg von der Stiftung Verbundenheit.
Wir bedanken uns herzlich bei Mark Römisch für dieseninteressanten Input und bei allen Teilnehmenden für ihr Engagement und dielebendige Diskussion.






