Datum
28.1.2024
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Auf den Spuren der Wolgadeutschen in Argentinien

Aktivitäten von „Warum бы иnicht“, der F.A.A.G. und der Stiftung Verbundenheit in Entre Ríos, Argentinien

Seit Mitte Januar organisiert der Jugendklub der Russlanddeutschen „Warum бы и nicht“ in Kooperation mit dem Dachverband deutsch-argentinischer Vereinigungen (F.A.A.G.) und der Stiftung Verbundenheit Aktivitäten in Dörfern und Städten von Nachkommen der Wolgadeutschen in der argentinischen Provinz Entre Ríos.

Wolgadeutsche Nachkommen auf den Spuren ihrer Vorfahren in Argentinien

Die Aktivitäten haben zum Ziel, Menschen mit wolgadeutscher Abstammung zu verbinden. Viele Wolgadeutsche sind Ende des 19. Jahrhunderts aus Russland in Länder wie die USA, Argentinien und Brasilien ausgewandert. Die Projektaktivitäten streben auch an, das kulturelle Erbe (Musik, Dialekte, Essen und andere Bräuche) lebendig zuhalten - mit Fokus auf der Verbreitung der deutschen Sprache.

Heute haben rund 2 Millionen Menschen in Argentinien Vorfahren aus diesen Gemeinden. Hierzu gehören viele prominente Persönlichkeiten Argentiniens wie der Musiker Sergio Denis, der Fußballspieler Gabriel Heinze, der Musikproduzent Javier Herrlein, der Bischof und Menschenrechtsanwalt Jorge Novak und viele andere. Dennoch war die Integration der wolgadeutschen Gemeinden in die sozialen, kulturellen und politischen Aktivitäten des Landes in den fast anderthalb Jahrhunderten seit der Ankunft der ersten Siedler relativ gering.

Besuch von Kulturstätten

Die besuchten Dörfer umfassen Aldea Santa Anita, Aldea Santa María, Aldea Salto, Aldea Spatzenkutter, Valle María, Aldea Protestante, Aldea Pfeiffer (San Francisco), Aldea Brasilera und Aldea San Miguel. Darüber hinaus wurden zwei Städte besucht, die von starken wolgadeutschen Migrationsströmen beeinflusst wurden – Crespo und Paraná. In jeder Gemeinde wurde das Projektteam von den lokalen Behörden empfangen, lernte die Ursprünge und Bräuche der Wolgadeutschen kennen, besuchte Museen, historische Stätten, Kirchen und traf sich mit jungen Menschen, um sie zur Teilnahme an diesem Projekt zu ermutigen. Der Jugendklub „Warum бы и nicht“ wurde von verschiedenen lokalen, regionalen und nationalen Medien, darunter Fernsehen, Radio und Presse, interviewt.

Vortrag: „Was ist mit den Wolgadeutschen in Russland passiert?“

Eine besondere Aktivität war der Vortrag mit dem Titel „Was ist mit den Wolgadeutschen in Russland passiert?“, der am 18. Januar in der Stadt Paraná vorgetragen wurde. Im Rahmen der gut besuchten Veranstaltung erklärten Nikita Heidt und Martín Traverso, Spezialisten auf dem Gebiet, die Situation jener Wolgadeutschen, die nicht auswanderten, sondern von 1870 bis zu ihrer Deportation in Russland blieben.

Am 22. Januar wurden Heidt und Traverso vom Kultusminister der Provinz Entre Ríos, Fabián Reato, und dem Stadtrat von Paraná, Pablo Donadío, empfangen, um einen Dialogkanal zur Durchführung gemeinsamer Aktivitäten zu etablieren. Weitere Teilnehmende des Treffens waren die folgenden Mitglieder von „Warum бы и nicht“, von denen ein Großteil ebenfalls bereits bei zahlreichen Events und Bürgerprojekten der Stiftungsinitiative #JungesNetzwerk mitgewirkt hat: Silvia Huber, Pablo Kriger, Leonardo und Joaquín Kerbs, Federico Dome, Matheus Dreher, Maximiliano Bach, Ingrid Margheim und Nadia Bressan.

Für die folgenden Tage sind weitere Treffen durch Nikita Heidt und Martín Traverso geplant, bevor sie zum Sitz ihres Jugendklubs nach Berlin zurückkehren.

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