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Datum
29.8.2025
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Stiftung Verbundenheit nimmt am Gedenkakt an die Deportation der Deutschen in der Sowjetunion im Bayerischen Kulturzentrum der Deutschen aus Russland teil

Im Bayerischen Kulturzentrum der Deutschen aus Russland(BKDR) in Nürnberg fand ein feierlicher Gedenkakt anlässlich des 84. Jahrestags der stalinistischen Deportation der Deutschen in der Sowjetunion statt. Hintergrund ist der Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR vom 28. August 1941, mit dem die Deportation der Wolgadeutschen und später aller Sowjetbürger deutscher Herkunft eingeleitet wurde – ein Akt, der zur Entrechtung, kulturellen Zerstörung und physischen Vernichtung unzähliger Menschen führte.

Die Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland war durch Projektkoordinator Peter Aifeld bei der Veranstaltung vertreten.

Eröffnet wurde die Gedenkveranstaltung mit einer Begrüßung durch Stanimir Bugar, Öffentlichkeitsreferent des BKDR, der den Geschäftsführer Waldemar Eisenbraun vertrat. In den anschließenden Grußworten verschiedener Ehrengäste wurde die historische Tragweite des Ereignisses sowie die Bedeutung der Erinnerungskultur eindrucksvoll hervorgehoben.

Ewald Oster, Vorsitzender des BKDR-Trägervereins, betonte die Wichtigkeit des Gedenktages und machte deutlich, dass die Geschichte und Kultur der Deutschen aus der ehemaligen Sowjetunion in der breiteren Gesellschaft noch stärker verankert werden müsse.

Dr. Petra Loibl, MdL und Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene, würdigte den Beitrag der Spätaussiedler zur Entwicklung des Freistaats Bayern und sicherte weiterhin die Unterstützung durch die Staatsregierung zu.

Auch Gerlinde Mathes, Bezirksrätin des Bezirks Mittelfranken, lobte das Engagement wichtiger Einrichtungen wie des BKDR und hob die konkrete Unterstützung insbesondere im Raum Nürnberg hervor.

Werner Henning, Vorsitzender des Hauses der Heimat Nürnberg und Nürnberger Stadtrat, hob die gute Zusammenarbeit zwischen dem BKDR und dem Haus der Heimat hervor. Anhand eines persönlichen Beispiels verdeutlichte er, wie tief die Ereignisse von 1941 in den Familiengeschichten verankert sind und wie wichtig Aufarbeitung und Erinnerung auch für kommende Generationen bleiben.

Dr. Lilia Antipow vom Haus des Deutschen Ostens erinnerte in ihrem Beitrag an die stalinistischen Deportationen, Zwangsumsiedlungen und Repressionen, die das Leben zahlreicher Angehöriger der deutschen Minderheit forderten und ihre kulturellen sowie gesellschaftlichen Strukturen nachhaltig zerstörten. Der 28. August sei ein Mahntag – nicht nur des Gedenkens, sondern auch der Verantwortung, für Menschenrechte, Demokratie und den Schutz nationaler Minderheiten einzutreten.

Peter Aifeld von der Stiftung Verbundenheit hob in seinem Grußwort hervor, dass es noch mehr Bildungsarbeit zur Deportationsgeschichte in deutschen und insbesondere bayerischen Schulen brauche. Er erinnerte an die bisherigen erfolgreichen Kooperationsprojekte zwischen dem BKDR und der Stiftung Verbundenheit, etwa zur Geschichte der Wolgadeutschen in Argentinien.

Die zentrale Ansprache des Gedenkakts hielt Karl Freller, MdL und Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten. Er unterstrich die historische und gesellschaftliche Relevanz der Erinnerung an die Deportation und erinnerte daran, wie notwendig es sei, das Thema gerade in der heutigen Zeit – angesichts wachsender gesellschaftlicher Spannungen – stärker im schulischen Unterricht zu verankern.

Den wissenschaftlichen Abschluss der Veranstaltung bildete ein Vortrag von Dr. Viktor Krieger, wissenschaftlicher Mitarbeiter des BKDR, zum Thema „Schicksale der deutschen Intellektuellen und politischen Führungskräfte nach der Deportation 1941“. Anhand zahlreicher Beispiele beleuchtete er die systematische Entrechtung, Internierung und Verfolgung von Kulturschaffenden, Funktionären und Führungskräften aus der Autonomen Republik der Wolgadeutschen. Viele von ihnen wurden unter fadenscheinigen Vorwürfen verurteilt, in Lager wie das berüchtigte Wjatlag deportiert und dort Opfer von Zwangsarbeit, Hunger, Krankheit und Tod. Die Repressionen wirkten über Generationen nach und mahnen bis heute, sich für Menschenrechte, Gerechtigkeit und eine aktive Erinnerungskultur einzusetzen.

Im Anschluss wurde die aktuelle Sonderpublikation „Die Lage der deutschen Minderheit im Spätstalinismus“ vorgestellt.

Die Stiftung Verbundenheit bedankt sich herzlich für die Einladung und die würdevolle Durchführung dieser wichtigen Gedenkveranstaltung.

Gemeinsames Bild der Redner und Ehrengäste

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