Die Stiftung Verbundenheit ist in 35 Ländern der Welt tätig, um im Auftrag der Bundesregierung deutsche Minderheiten und deutschsprachige Gemeinschaften zu unterstützen.
Zwischen Angehörigen der Deutschen Minderheit in Tschechien und der deutschsprachigen Gemeinschaft in Paraguay kam es jetzt beim historischen Sudetendeutschen Tag in der mährischen Hauptstadt Brünn/Brno in der Tschechischen Republik zu einer besonderen Begegnung: Der Vorsitzende des Trägervereins der Deutschen Schule in der deutschsprachigen Gemeinde Colonia Sudetia in Paraguay, Miguel Bohnert und seine Tochter Camilla, Absolventin der Schule, trafen sich jetzt auf Vermittlung der Stiftung Verbundenheit beim Sudetendeutschen Tag in Brünn/Brno mit den Vertretern der Landesversammlung der deutschen Vereine in der Tschechischen Republik, Martin Dzingel, langjähriger Präsident und derzeitiger Geschäftsführer, sowie Linda Dostálová, Vorsitzende von JUKON, der Jugend- und Kulturorganisation der deutschen Minderheit in Tschechien. Bei der Colonia Sudetia handelt es sich um eine Gemeinde in Paraguay, die von sudetendeutschen Einwanderern in den 1930er Jahren, darunter sudetendeutschen Sozialdemokraten, gegründet wurde. Miguel und Camilla Bohnert sind Nachfahren dieser sudetendeutschen Familien und pflegen bis heute in ihrer Familie die deutsche Sprache und die sudetendeutschen Kulturtraditionen. Daher engagiert sich Miguel Bohnert besonders für den Erhalt der Deutschen Schule. Der Deutsche Botschafter in Paraguay, Dr. Gordon Kricke, hatte im vergangenen Jahr die Gemeinde besucht und seine Unterstützung für den Erhalt der Schule zugesagt.


An der öffentlichen Veranstaltung der Stiftung Verbundenheit in Brünn nahm auch das Stiftungsratsmitglied Stephan Mayer, MdB, zugleich Präsident des Bundes der Vertriebenen, Vorsitzender der deutsch-tschechischen Parlamentariergruppe des Bundestages und Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Unterausschuss Auswärtige Kulturpolitik des Deutschen Bundestages teil. In seiner Begrüßung nannte Stiftungsratsvorsitzender Hartmut Koschyk die Veranstaltung ein Beispiel, der von der Stiftung Verbundenheit bewirkten weltweiten Vernetzung deutscher Minderheiten und deutschsprachigen Gemeinschaften. Die Paneldiskussion wurde vom Hauptgeschäftsführer der Stiftung Verbundenheit und Programmleiter für Lateinamerika. USA, Israel der Stiftung Verbundenheit geleitet. Die Projektkoordinatorin der Stiftung Verbundenheit für Tschechien und die Slowakei, Valeriya Morozhnikova, hatte die Veranstaltung gemeinsam mit Dominik Duda, Teamleiter für Mittel- und Osteuropa, vorbereitet. An der Veranstaltung nahmen auch der Sprecher und Bundesvorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft Dr. h.c. Bernd Posselt, der Deutschen Botschafter in Prag, Dr. Peter Reuss sowie der Direktor des Hauses des Deutschen Ostens in München, Prof. Dr. Andreas Otto Weber teil.


Die Gäste aus Sudetia in Paraguay hatten die Gelegenheit, ihre Gemeinde und ihr Bemühen um den Erhalt ihrer Schule auch den am Sudetendeutschen Tag teilnehmenden Bundes- und Landespolitikern vorzustellen. So ergaben sich Begegnungen und Gespräche mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, der stv. Bayerischen Mininsterpräsidentin und Schirmherrschaftsministerin für die Sudetendeutschen, Ulrike Scharf, der Bayerischen Landesbeauftragten für Aussiedler und Vertriebene Dr. Petra Loibl MdL, Bernd Posselt und Stefan Hörtler sowie Stephan Mayer, dem Deutschen Botschafter in Prag Dr. Peter Reuss, dem Vorsitzenden des Haushaltausschusses des Bayerischen Landtages Josef Zellmeier und dem stv. Vorsitzenden Bernhard Pohl sowie weiteren Mitgliedes Bayerischen Landtages, HdO-Direktor Prof. Dr.Andreas Otto Weber.





Miguel und Camilla Bohnert waren von den vielfältigen Veranstaltungen des Sudetendeutschen Tages in Brünn/Brno tief beeindruckt und stolz, der europaweit und weltweit lebenden Gemeinschaft der Sudetendeutschen anzugehören, hat doch auch eine Jugendgruppe der Böhmerwäldler aus Brasilien am diesjährigen Sudetendeutschen Tag in Brünn/Brno teilgenommen.
Vom Sudetendeutschen Tag reisten die Vertreter aus Sudetia und der Stiftung Verbundenheit nach Prag weiter, wo sie in der Repräsentanz des Freistaates Bayern von der stv. Leiterin Frau Radka Book und der für Bildungsfragen zuständigen Mitarbeiterin Frau Zuzana Nejedlá empfangen wurden. Hier erhielten die Besucher einen eindrucksvollen Überblick über die intensiven Beziehungen zwischen Bayern und Tschechien, in welche die Sudetendeutschen in Bayern und Deutschland sowie die deutsche Minderheit in Tschechien intensiv eingebunden sind.

Ein Höhepunkt des Aufenthaltes in Prag war der Besuch des Thomas Mann - Schulzentrums (Gymnasium und Grundschule), das sich in der Trägerschaft der Landesversammlung der deutschen Vereine in der Tschechischen Republik befindet.
In der Grundschule wurde ausführlich die Begründung einer Schulpartnerschaft mit der Deutschen Schule in Sudetia erörtert, worüber Camilla und Miguel Bohner sich sehr erfreut zeigten. Neben Martin Dzingel und Linda Dostálová begleitete der Präsident der Landesversammlung Richard Neugebauer die Gäste aus Sudetia bei ihrem Aufenthalt in Prag.




Zum Abschluss der erlebnisreichen Tage in Brünn/Brno und Prag ergab sich für Camilla und Miguel Bohner gemeinsam mit Hartmut Koschyk und Dr. Marco Just Quiles in Berlin ein intensiver Austausch mit dem paraguayischen Botschafter Fernando Acosta Díaz und der Ersten Botschaftsrätin Jessica Sosa. Der Botschafter zeigte sich sehr interessiert an den umfangreichen Kontakten, welche die Vertreter aus Sudetia in Brünn/Brno und Prag geknüpft hatten. Er begrüßte insbesondere die geplante Schulpartnerschaft zwischen der Deutschen Schule in Sudetia und der Thomas Mann - Grundschule in Prag. Es wurden aber auch weitere Projekte der Stiftung Verbundenheit in Paraguay ausführlich erörtert. Bei dem Besuch in der Botschaft Paraguays war auch Ana Mercedes Gröhling aus Humboldt/Santa Fe in Argentinien anwesend, die erste Thomas-Kropp-Stipendiatin der Stiftung Verbundenheit, ein weiteres Beispiel gelebter Weltverbundenheit der Stiftung.



Mit dem Besuch der Delegation aus Sudetia beim Sudetendeutschen Tag in Brünn/Brno und den nachfolgenden Gesprächen in Prag und Berlin hat die Stiftung Verbundenheit erneut deutlich gemacht, wie wichtig eine weltweite Vernetzung der Kultur- und Bildungseinrichtungen deutscher Minderheiten und deutschsprachiger Gemeinschaften
in einer globalisierten Welt sind: die gemeinsame deutsche Sprache, Kultur, Traditionen und Herkunft können junge Menschen bereits die Erfahrung vermitteln, dass derartige Netzwerke neue Chancen der Begegnungen und des Austausches eröffnen, ganz im Sinne des Mottos des diesjährigen Sudetendeutschen Tages in Brünn/Brno: „Alles Leben ist Begegnung“.
Über die Diskussionsrunde der Stiftung Verbundenheit in Brünn/Brno können Sie nachfolgenden Bericht von Nadira Hurnaus in der Ausgabe der Sudetendeutschen Zeitung vom 29. Mai 2026 lesen:



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