In der Stadt Friedrichshafen am Bodensee gibt es seit den 1980er Jahren einen sehr schön gestalteten Gedenkstein zur Erinnerung an das Schicksal der deutschen Heimatvertriebenen.
Alljährlich am nationalen Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung veranstaltet die Landsmannschaft der Oberschlesier dort eine Gedenkfeier, die von der Stadt Friedrichshafen unterstützt wird. So hatte auch in diesem Jahr Oberbürgermeister Simon Blümcke die Schirmherrschaft übernommen.

Kreisvorsitzender Gregor Thomen hatte in diesem Jahr den Vorsitzenden des Stiftungsrates der Stiftung Verbundenheit, Parl. Staatssekretär und Bundesbeauftragten a.D. Hartmut Koschyk als Festredner eingeladen. In Vertretung des Oberbürgermeisters konnte Thomen den Stadtrat Bruno Kramer begrüßen. Die Paneuropa-Union Baden-Württemberg war durch Landesvorstandsmitglied Bernd Wolsky vertreten. Auch der langjährige Seelsorger der Familie des früheren BdV-Präsidenten Dr. Herbert Czaja, Pfarrer Hermann Veeser, war zu der Gedenkfeier gekommen.

In Vertretung von Oberbürgermeister Blümcke dankte Stadtrat Bruno Kramer der Landsmannschaft der Oberschlesier für ihr jährliches Gedenken an dem auch mit Unterstützung der Stadt Friedrichshafen errichteten Mahnmal, dass sich direkt am Yachthafen von Friedrichshafen befindet und daher starkfrequentiert ist. Friedrichshafen, so der Kommunalpolitiker habe den Heimatvertriebenen und Aussiedlern viel zu verdanken. Sie hätten zum wirtschaftlichen Aufschwung nach dem Krieg einen wesentlichen Beitrag geleistet. Daher unterstütze die Stadt gerne die Arbeit der örtlichen Landsmannschaften und danke besonders der Landsmannschaft der Oberschlesier für die Durchführung der jährlichen Gedenkfeier am Vertriebenenmahnmal.

Der Vorsitzende des Stiftungsrates der Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland, Hartmut Koschyk, bezeichnete die Erinnerung an das Schicksal der deutschen Heimatvertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten als unverzichtbares Element der deutschen Erinnerungskultur. Die Verbrechen des Nationalsozialismus dürfen niemals vergessen werden, so Koschyk. Aber auch das Leid und Unrecht, das den Heimatvertriebenen, Aussiedlern und deutschen Minderheiten widerfahren sei, dürfen icht verdrängt werden. Diese Schicksalsgruppe des deutschen Volkes nehme heute eine wichtige Brückenfunktion zwischen den Deutschen und ihren östlichen Nachbarn ein und habe maßgeblich zur Verständigung und Aussöhnung beigetragen.

Als Beispiel nannte der ehemalige Staatssekretär im Bundesfinanzministerin und Aussiedlerbeauftragte der Bundesregierung den diesjährigen Sudetendeutschen Tag in Brünn, der erstmals in der Tschechischen Republikstattgefunden habe. Koschyk selbst hatte daran teilgenommen und sprach von einer wunderbaren Atmosphäre der Versöhnung und des Miteinanders, die in Brünn vorgeherrscht habe.
Aber auch die diesjährige Minderheitenwallfahrt auf den St. Annaberg in Oberschlesien mit dem Oppelner Bischof Andrzej Czaja sei ein Glaubensfest der Nächstenliebe über nationale Grenzen hinweg gewesen.

Koschyk dankte der Landsmannschaft der Oberschlesier in Friedrichshafen für ihre aktive Kultur- und Erinnerungsarbeit und würdigte insbesondere das Engagement des Kreisvorsitzenden Gregor Thomen, mit dem er seit der gemeinsamen Zeit in der Schlesischen Jugend freundschaftlich verbunden ist.
Den würdigen Gedenkstein für die Heimatvertriebenen in Friedrichshafen nannte Koschyk ein gutes Beispiel der Solidarität und de Mitgefühls einer Stadt mit ihren heimatvertriebenen Mitbürgern.
Mit der Nationalhymne und der Europahymne klang die Gedenkstunde am Vertriebenenmahnmal in Friedrichshafen aus.



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