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Datum
7.4.2026
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BdV Präsident Stephan Mayer MdB und Stiftungsratsvorsitzender Hartmut Koschyk besuchen Temeswar/Timișoara

Der Präsident des Bundes der Vertriebenen und Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer hat die deutsche Minderheit in der Region Temeswar/Timișoara besucht. Der Politiker gehört auch dem Stiftungsrat der Stiftung Verbundenheit an und wurde von deren Stiftungsratsvorsitzenden Hartmut Koschyk begleitet.

Mayer und Koschyk folgten einer Einladung des Abgeordneten der deutschen Minderheit im rumänischen Parlament, Ovidiu Ganț.  Bei ihrem zweitägigen Besuch wurden sie vom Vorsitzenden des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, Dr. Paul-Jürgen Porr und dem Geschäftsführer der Wirtschaftsstiftung „Banatia“, Benjamin Neurohr begleitet.

Erste Stationen des Besuches waren die Städte Billed/Biled und Großsanktnikolaus/Sânnicolau Mareim Kreis Temeswar/Timișoara. In beiden Orten leben bis heute Banater Schwaben und unterhalten von Deutschland geförderte Begegnungsstätten und Sozialstationen.

Die Einrichtung in Billed/Biled bereitet täglich für 40 ältere Menschen ein Mittagessen zu und liefert dieses nach Hause. Auch gibt es dort ein sehr ansprechend gestaltetes Museum, das sich großer Beliebtheit, gerade auch bei Besuchern aus Deutschland erfreut.

In Großsanktnikolaus/Sânnicolau Mare wurden Mayer und Koschyk im Rathaus von Bürgermeister Dănuț GROZA empfangen. Die Stadt unterhält eine sehr lebendige Städtepartnerschaft zu Burghausen an der Alz im Wahlkreis von MdB Stephan Mayer. Ein großer Sohn dieser Stadt ist Béla Bartók, dessen Mutter Paula Voit Deutsche war und ihn nach dem Tod des Vaters musikalisch sehr gefördert hat.

Auch in Großsanktnikolaus/Sânnicolau Mare gibt es eine sehr schöne Begegnungsstätte der heimatverbliebenen Banater Schwaben, die sehr vielfältige Arbeit leistet, u.a.durch eine Jugend-Trachtengruppe.

Das Thema des Engagements der deutschen Wirtschaft im Raum Temeswar/Timișoara kam in einer Gesprächsrunde mit Benjamin Neurohr, dem Geschäftsführer der Wirtschaftsstiftung „Banatia“, dem Unternehmensberater Peter Hochmuth und dem Vertreter des Unternehmens SIEMENS, Marc Pfau zum Tragen. Dabei wurde die wirtschaftliche Dynamik der Region beleuchtet, aber auch das Erfordernis einer besseren Ausbildung der jungen Generation deutlich gemacht, etwa durch Formen einer dualen beruflichen Ausbildung vergleichbar mit Deutschland. Benjamin Neurohr gehört dem im vergangenen Jahr gegründeten Fachbeirat Wirtschaft der Stiftung Verbundenheit an und arbeitet in diesem aktiv mit.

Das Thema Bildung stand im Mittelpunkt des Besuches des Nikolaus Lenau - Lyzeums in Temeswar/Timișoara, das auf eine über 150-jährige Tradition zurückblickt und seit nahezu drei Jahrzehnten über eine deutsche Spezialabteilung verfügt. Abgeordneter Ovidiu Ganț war Schulleiter dieses Lyzeums und hat die Gründung der Deutschen Spezialabteilung maßgeblich vorangetrieben. Zwei Persönlichkeiten aus dem Bereich der Banater Schwaben haben diese Schule besucht: die Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller und der Chemie-Nobelpreisträger Stefan Hell.

Das Zentrum der heimatverblieben Banater Schwaben stellt das Adam Müller-Guttenbrunn-Haus in Temeswar/Timișoara dar. Hierbei handelt es sich um eine Kultur- und Begegnungsstätte sowie eine Senioreneinrichtung, die mit Unterstützung der Bundesrepublik Deutschland errichtet wurde und bis heute gefördert wird. Hier ergab sich eine herzliche Begegnung mit Ignaz Fischer, dem knapp 100-jährigen Vorsitzenden der Vereinigung der bei Kriegsende deportierten Banater Schwaben, der eindrucksvoll über seinen vielfach dramatischen Lebensweg berichtete.

In einer Gesprächsrunde stellten der Abgeordnete Ovidiu Ganț, der Forumsvorsitzende Dr. Paul Jürgen Porr, Banatia-Geschäftsführer Benjamin Neurohr sowie weitere Vertreter der Banater Schwaben die breit gefächerte deutsche Kultur-, Bildungs- sowie Wirtschafts- und Sozialarbeit im Banat vor. Auch Vertreter der deutschsprachigen Medien berichteten über ihr Wirken. Der Bundesrepublik Deutschland wurde für die jahrzehntelange finanzielle Unterstützung der deutschen Minderheit in Rumänien gedankt ebenso wie der Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland für ihre engagierte Mittlertätigkeit.

Stephan Mayer versicherte, sich im Deutschen Bundestag auch weiterhin für die Beibehaltung der Förderung der deutschen Minderheit in Rumänien und der deutschen Minderheiten insgesamt einzusetzen, sowohl als Mitglied des Deutschen Bundestages sowie in seiner Funktion als Präsident des Bundes der Vertriebenen. In diesem Zusammenhang würdigte Mayer die aktive Rolle der Landsmannschaften der Banater Schwaben, der Sathmarer Schwaben und der Siebenbürger Sachsen im Bund der Vertriebenen in Deutschland, aber auch grenzüberschreitend in Rumänien.

Zum Abschluss ihres Besuches statteten Stephan Mayer und Hartmut Koschyk dem St. Georg Dom in Temeswar/Timișoara einen Besuch ab, wo sie vom Generalvikar des Bistums, Monsignore Johann Dirschl empfangen wurde, der selbst Banater Schwabe ist. Er erläuterte die Geschichte des Domes und die erst kürzlich abgeschlossene Sanierung, von der sich Mayer und Koschyk sehr beeindruckt zeigten. Auch die Minderheiten-Seelsorge im Bistum wurde vorgestellt. Der Besuch im Dom von Temeswar/Timișoara klang mit einer Orgelvariation des Karliedes „O Haupt voll Blut und Wunden aus“. 

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