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Datum
7.5.2026
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Deutsche Minderheit in Tschechien fährt zum Sudetendeutschen Tag: In Brünn wollen sie mehr sein als nur Gäste

Pressemitteilung der Landesversammlung

Deutsche Minderheit in Tschechien fährt zum Sudetendeutschen Tag. In Brünn wollen sie mehr sein als nur Gäste

Prag/Brünn – Die Vertreter der deutschen Minderheit in Tschechien bereiten sich Ende Mai auf die Teilnahme am Sudetendeutschen Tag in Brünn vor. Die Veranstaltung findet in diesem Jahr erstmals in der Tschechischen Republik statt. „Wir fahren nicht nur als Gäste dorthin, sondern wollen Teil dieses traditionellen Treffens der Landsleute sein. Wir werden unsere Aktivitäten und kulturellen Traditionen vorstellen“, erklärt Richard Neugebauer, Präsident der Landesversammlung der deutschen Vereine in der Tschechischen Republik (LV).

Nach Angaben des Geschäftsführers der LV, Martin H. Dzingel, werden rund zweihundert Vertreter der tschechischen Deutschen erwartet. „Das ist etwas mehr als gewöhnlich, zum ersten Mal haben wir es nicht so weit“, sagte er. Eine höhere Beteiligung werde jedoch durch zunehmende nationalistische Reaktionen gebremst. Die tschechischen Deutschen sorgen sich weniger um die Sicherheit der Veranstaltung selbst als vielmehr um einen möglichen Missbrauch des Treffens zur Schaffung neuer gesellschaftlicher Spannungen – obwohl das erklärte Ziel der Veranstaltung Versöhnung, Verständigung und die Fortsetzung des freundschaftlichen deutsch-tschechischen Dialogs ist.

Neugebauer rief die Mitglieder der deutschen Vereine in einem offenen Brief dazu auf, selbst über ihre Teilnahme zu entscheiden. Für ihn persönlich sei die Sache klar: „Ich persönlich bin bereit, in Brünn mit jedem Schreihals zu diskutieren und meinen Standpunkt würdig und konsequent zu vertreten“, sagte er. Zugleich betonte er, dass Extremisten seiner Überzeugung nach nur einen kleinen Teil der tschechischen Gesellschaft ausmachen.

Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten in der Tschechoslowakei nahezu 3,2 Millionen Deutsche. Die Vertreibung betraf etwa 90 Prozent von ihnen. Bleiben durften lediglich Antifaschisten, Menschen aus gemischten Familien oder für die Wirtschaft unentbehrliche Fachkräfte. Heute bekennen sich in Tschechien rund 25.000 Einwohner zur deutschen beziehungsweise zu einer kombinierten Nationalität.

Die Landesversammlung vereint rund zwei Dutzend Vereine und unterstützt ein Netzwerk von 13 deutsch-tschechischen Begegnungszentren. Sie engagiert sich für die Pflege des kulturellen Erbes und der Identität der tschechischen Deutschen, für die Förderung des Deutschunterrichts sowie für die Pflege deutscher Gräber. „Wichtig ist für uns auch die Einbindung der Jugend, etwa durch gemeinsame Sommerlager und die Zusammenarbeit mit Schulen“, ergänzt Neugebauer.

Der 76. Sudetendeutsche Tag findet vom 22. bis 25. Mai auf dem Brünner Messegelände statt. Bestandteil des Programms sind Gedenkveranstaltungen für die Opfer des Zweiten Weltkriegs, Konzerte sowie Gottesdienste. Die Tschechische Republik ist erstmals Gastgeber dieser Veranstaltung – auf Einladung der Organisatoren des Festivals Meeting Brno, die seit 2016 das gleichnamige Festival veranstalten. Ziel des Festivals ist es, zur Versöhnung und zur Suche nach gemeinsamen Wegen beizutragen.

Prag, 6. Mai 2026

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