Mit den Klick auf "Alle akzeptieren", sind Sie damit einverstanden, dass wir Cookies (auch von Drittanbietern) auf Ihrem Gerät speichern, um das Nutzererlebnis für Sie zu verbessern und für Marketingzwecke Ihre Seitennutzung aufzeichnen. Weiter Informationen finden Sie hier:
Datenschutzerklärung | Impressum
Datum
14.7.2026
Autor

Das Wirtschaftsforum der Stiftung Verbundenheit in München

 Die Stiftung Verbundenheit mitden Deutschen im Ausland lud bereits zum zweiten Mal zu ihrem Wirtschaftsforumein. Nach der Auftaktveranstaltung im Rahmen der „Tage der Verbundenheit“ imvergangenen Jahr in Bayreuth, fand die zweite Ausgabe dieses Jahr im Haus desDeutschen Ostens in München statt.

Das zweitägige Forum war auchdieses Mal wieder hochkarätig besetzt. Zur Eröffnung richteten Prof. Dr.Andreas Otto Weber, Direktor des Hauses des Deutschen Ostens, und JosefZellmeier MdL, Vorsitzender des Ausschusses für Staatshaushalt und Finanzfragenim Bayerischen Landtag sowie Landesvorsitzender der KarpatendeutschenLandsmannschaft in Bayern, Grußworte an die Anwesenden.

Anschließend leitete Dr. MarcoJust Quiles, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Verbundenheit und ProgrammleiterLateinamerika, USA und Israel, die Veranstaltung thematisch mit seinemImpulsreferat „Deutsche Minderheiten und deutschsprachige Gemeinschaften: Einbisher unbeachteter strategischer Partner der deutschen Wirtschaft?“ ein. Darinlegte er dar, wie die wirtschaftliche Tätigkeit der deutschen Minderheiten unddeutschsprachigen Gemeinschaften von Personen einerseits und Institutionenandererseits gestaltet wird. Er nannte u. a. Frau Cristina Arheit-Zapp ausArgentinien und Herrn Sergey Ivanovich Blok aus Kasachstan als herausragende,vielfältig für ihre Gemeinschaft engagierte und überregional bedeutsameökonomische deutschsprachige Akteure. Auf institutioneller Seite stellte er dieWirtschaftsstiftungen der deutschen Minderheiten in Mittel- und Osteuropa als Erfolgsmodellvor, die durch die Vergabe von zinslosen Kleinkrediten an vornehmlich junge,nachhaltige Unternehmen aus den Reihen der deutschen MinderheitenExistenzgründungen unterstützen, das Wirtschaftsklima in den jeweiligenRegionen beleben und die Gemeinschaften vor Ort langfristig absichern.

Mit einem kurzen Blick auf die sichdaraus ergebenden Chancen und Möglichkeiten, v. a. im Hinblick auf Vernetzungund transnationale Kooperation, erfolgte der nahtlose Übergang zumDiskussionspanel unter dem Titel „Von Potenzial zu Partnerschaft: Wie deutscheMinderheiten und die bayerische Wirtschaft konkret zusammenarbeiten können“. Durchdas Panel leitete der Teamleiter für Mittel- und Osteuropa der StiftungVerbundenheit Dominik Duda. Die vier Gesprächspartner waren: Martin Grossmann,Ministerialrat des Referats Europa und Messewesen in der AbteilungInternationalisierung, Standortpolitik und Invest in Bavaria des BayerischenStaatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie; RichardNeugebauer, Präsident der Landesversammlung der deutschen Vereine in derTschechischen Republik e. V., Direktor der gemeinnützigen Gesellschaft BOHEMIATroppau und Mitglied im Beirat Wirtschaft der Stiftung Verbundenheit; BenjaminNeurohr, Vorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen im Banat,Geschäftsführer des Banater Vereins für internationale Kooperation und ebenfallsMitglied im Wirtschaftsbeirat; Arno Erdmann, Direktor im Vorstand der BlohmGruppe, Vizepräsident von BECONSULT, Präsident a.D. der Deutsch-VenezolanischenHandelskammer und der Kulturvereinigung Humboldt und Mitglied imInternationalen Beirat Deutschsprachiger Gemeinschaften.

Jeder der vier Gäste stellte dieindividuellen Erfahrungen, Chancen und Herausforderungen vor, die aus ihrerSicht im Feld der wirtschaftlichen Tätigkeit und Vernetzung der deutschenMinderheiten, deutschsprachigen Gemeinschaften und der bayerischen Wirtschaft beachtetwerden sollten. Herr Grossmann berichtete z. B. über seine sehr positivenErfahrungen mit zahlreichen deutschen bzw. deutschsprachigen Unternehmern ausaller Welt, die noch ein großes Potential darstellen. Er zeigte sichbeeindruckt von der Initiative der Stiftung Verbundenheit zur Vernetzung dieserAkteure. Herr Neugebauer hingegen gab erläuterte die Erfahrungen undFunktionsweise der BOHEMIA Troppau und gab einen Einblick darin, welcheMöglichkeiten für Institutionen der deutschen Minderheiten bestehen, ökonomischunabhängig zu werden. Herr Neurohr ergänzte die Ausführungen mit einem Blickauf die Situation und Umstände in Rumänien und stellte die Unternehmer vor, dieihn als Delegation begleitete. Herr Erdmann erzählte von seinen Erfahrungen ausVenezuela und ging auf die dortigen besonderen Umstände ein. Der Abbau vonbürokratischen Hürden, der Blick auf die junge Generation und die potentiellenNachfolger sowie das Aufholen von Rückständen aus den letzten drei Jahrzehntensowie der kommunistischen Zeit im Osten Europas und das Finden von thematischenNischen machen laut den Gastrednern die Herausforderungen für die heutige Zeitund die Zukunft aus.

Im Anschluss an das informativePanel ging das Wirtschaftsforum in einen offenen Austausch mit Wortbeiträgender einzelnen anwesenden Delegationen über. Alle Vertreter hatten dabei dieGelegenheit sich vorzustellen, eigene Perspektiven hinsichtlich der diskutiertenPunkte beizusteuern und für sie persönlich wichtige Anliegen im Plenum zurSprache zu bringen. Herr Boris Mašić, Vorsitzender des Deutschen Vereins „AdamBerenz“ in Apatin in Serbien erläuterte, wie der Demokratisierungsprozess inSerbien in den letzten dreißig Jahren viele wirtschaftliche Chancen eröffnethat. Gleichzeitig sei es bislang schwierig für Unternehmer aus demdeutschsprachigen gewesen, langfristig in der Vojvodina Fuß zu fassen. HerrWalter Stannek aus Schlesien stellte die Initiative „Via Regia“ vor, dieversucht, deutschsprachige Unternehmer über Grenzen hinweg zu vernetzen.Insbesondere hob er die Bedeutung der deutschen Sprache und Kultur alsBindeglied hervor, die in unsicheren Zeiten Vertrauen zwischenGeschäftspartnern schaffen.

Zum Abschluss des erstenVeranstaltungstages stellte Hartmut Koschyk, Ratsvorsitzender der StiftungVerbundenheit, das Positionspapier des Fachbeirats „Wirtschaft“ der StiftungVerbundenheit vor. Er erläuterte die Zielsetzungen des im letzten Jahrgeschaffenen Fachbeirates und blickte erwartungsvoll auf die Sitzung amfolgenden Morgen, in der die Agenda des Gremiums konkretisiert und mit allenAnwesenden mit Fokus auf praktische Ergebnisse ausgearbeitet werden sollte.

Unterstützen Sie die Stiftung Verbundenheit

Mit Ihrer Spende unterstützen Sie ausgewählte humanitäre und kulturelle Stiftungsprojekte weltweit. Werden Sie Teil unseres Spenderkreises und erhalten Sie exklusive Einblicke und Angebote.
Unterstützer werden