Das Oberschlesische Eichendorff-Kultur- und Begegnungszentrum (OEKBZ) in Lubowitz (polnisch: Łubowice) ist eine zentrale Bildungs- und Kulturstätte der Deutschen Minderheit in Polen. Es widmet sich primär der Pflege des Erbes des bedeutenden spätromantischen Dichters Joseph Freiherr von Eichendorff, der 1788 auf dem dortigen Schloss geboren wurde.

Die Wurzeln des Zentrums liegen in der politischen Wende von 1989. Damals gründete sich in Lubowitz eine Initiativgruppe, die den Eichendorff-Verein ins Leben rief. Eine offizielle Registrierung war jedoch erst nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes und der staatlichen Anerkennung der Deutschen Minderheit möglich. Das OEKBZ wurde am 12. Juli 2000 feierlich eröffnet. Träger der Einrichtung ist die „Stiftung Oberschlesisches Eichendorff Kultur- und Begegnungszentrum“, die von verschiedenen Organisationen der Minderheit (wie der SKGD und dem VdG) sowie der Gemeinde Rudnik getragen wird.

Das OEKBZ verfolgt vor allem die Erhaltung und Betreuung von Objekten, die mit Eichendorff in Verbindung stehen. Dazu gehören insbesondere die Sicherung der Schlossruine, des Geburtsorts des Dichters, die Pflege des Lubowitzer Schlossparks und des alten Friedhofs der Familie von Eichendorff, die Sammlung von Dokumenten, Exponaten und Andenken an den Dichter sowie die Förderung der Eichendorffschen Poesie durch kulturelle Veranstaltungen.

Das Zentrum verfügt über eine moderne Infrastruktur für Bildungs- und Begegnungszwecke. Im Haupthaus befinden sich Konferenzsäle, darunter der große „Eichendorff-Saal“ für bis zu 100 Personen. In einem separaten Schulungsgebäude gibt es weitere Räumlichkeiten für Seminare. Ein Herzstück ist das 2005 eröffnete Eichendorff-Gedenkmuseum. Es beherbergt eine archäologische Abteilung sowie eine Gedenkstube mit Exponaten zur Familiengeschichte und zum literarischen Werk. Das Zentrum dient zudem als Treffpunkt für internationale Jugendbegegnungen, wissenschaftliche Tagungen und kulturelle Feste.

Das ursprüngliche Schloss Lubowitz wurde 1945 durch sowjetischen Artilleriebeschuss zerstört. Heute sind die Ruinen ein mahnendes Denkmal und ein Ort der Besinnung. Mit dem Zentrum räumlich verbunden sind zudem die neogotische Kirche von 1907 und der Schlosspark, die zusammen ein historisches Ensemble bilden, das jährlich zahlreiche Touristen und Literaturliebhaber anzieht.

Das OEKB fungiert heute als Brücke zwischen den Kulturen und Generationen und bewahrt die deutsch-polnische Geschichte Oberschlesiens lebendig.

In der Zeit der Prüfreise der Stiftung Verbundenheit bei der Deutschen Minderheit war es dem Teamleiter für Mittel- und Osteruopa und Projektkoordinator Dominik Duda mit dem Projektkoordinator Michael Kaczmarski möglich, das OEKBZ in Lubowitz/Lubowice zu beuschen. Mit dem Vorsitzenden des Deutschen Freundschaftskreises in Schlesien (DFK), Martin Lippa, dem Manager für Kultur und Verwaltung Marcin Libera und der Managerin für Geschäftstätigkeit und Infrastruktur Daria Korczok des OEKBZ konnten die derzeitige Projekttätigkeit und Auslastung des OEKBZ, die Rolle des OEKBZ in der örtlichen Gemeinschaft, die Wichtigkeit des Standorts für die Kultur-, Jugend- und Bildungsarbeit innerhalb der Deutschen Minderheit sowie die Angebote auf dem Gelände des OEKBZ mit Voraussicht auf die Ende Oktober geplante Verleihung des von der Stiftung Verbundenheit mit Partnern erstmals ausgerufenen "Helmut-Sauer-Preises für Jugendverständigung in Schlesien" erörtern.

Auf diesem Wege möchten wir noch einmal auf den von der Stiftung Verbundenheit mit Partnern erstmals ausgerufenen "Helmut-Sauer-Preises für Jugendverständigung in Schlesien" hinweisen und die Einreichung von möglichen Jugendprojekten, die einen kalren Schlesien-Bezug haben, betonen.






