Im Rahmen einer virtuellen Sitzung des InternationalenBeirats der Deutschen Gemeinschaften (IBDG) kamen rund 20 Vertreterinnen undVertreter deutschsprachiger Gemeinschaften aus Europa, Afrika, Nord- undSüdamerika zusammen, um aktuelle Herausforderungen und Perspektiven ihrerGemeinschaften zu beraten. Zu Beginn stellte Hartmut Koschyk, Ratsvorsitzenderder Stiftung Verbundenheit, die aktuellen Aktivitäten der Stiftung in diesem Zusammenhangvor und hob insbesondere die zunehmende internationale Vernetzungdeutschsprachiger Gemeinschaften hervor.

Einen Impulsvortrag hielt Stephan Mayer MdB, ParlamentarischerStaatssekretär a.D., Mitglied des Auswärtigen Ausschusses des DeutschenBundestages und Ratsmitglied der Stiftung Verbundenheit, zum Thema „DieBedeutung der deutschsprachigen Gemeinschaften für die deutsche Außenpolitik“.Mayer würdigte die Erfolge der Stiftung Verbundenheit bei der Förderungdeutschsprachiger Gemeinschaften, insbesondere in Lateinamerika, und begrüßtezugleich die Ausweitung der Aktivitäten auf Israel und die USA. Darüber hinausgab er Einblicke in die aktuelle parlamentarische Situation und betonte, dassdie Förderung deutschsprachiger Gemeinschaften trotz angespannterHaushaltslagen weiterhin parteiübergreifend Rückhalt finde.
Im anschließenden Austausch unter der Leitung derIBDG-Vorsitzenden Cristina Arheit standen insbesondere Fragen der deutschenSprache als Herkunfts- und Minderheitensprache im Mittelpunkt. Vertreterinnenund Vertreter aus Namibia, den USA und Lateinamerika berichteten überHerausforderungen bei der Förderung des Deutschunterrichts, überMittelkürzungen in verschiedenen Ländern sowie über den Verlust deutscherSprachkompetenzen in jüngeren Generationen. Zugleich wurde die Bedeutung einerstärkeren Sichtbarkeit deutscher Herkunftssprachschulen und deutschsprachigerGemeinschaften weltweit betont und auf die Notwendigkeit hingewiesen, diedeutsche Sprache stärker mit Bildungs-, Berufs- und Austauschperspektiven zuverknüpfen. Besondere Aufmerksamkeit erhielt dabei die Idee einer Anhörung imUnterausschuss Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik des Deutschen Bundestageszum Thema „Deutsch als Minderheiten-Muttersprache und Herkunftssprache“. DieBeiratsmitglieder hoben hervor, dass Herkunftssprachen ein wichtigerBestandteil kultureller Identität sowie ein bislang noch nicht ausreichendgenutztes Potenzial der deutschen Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitikseien. Stephan Mayer begrüßte den Vorschlag ausdrücklich, sagte seineUnterstützung für das Anliegen zu und bot an, die aufgeworfenen Themengemeinsam mit den deutschsprachigen Gemeinschaften weiter zu vertiefen.
Ratsvorsitzender Hartmut Koschyk regte an, Vertreterinnenund Vertreter des Beirats mit ihrer praktischen Expertise in entsprechendeparlamentarische Debatten einzubinden. Zudem unterstrich er das Potenzialdeutschsprachiger Herkunftspolitik für die deutsche Auswärtige Politik undverwies auf erfolgreiche transnationale Vernetzungen zwischen deutschsprachigenGemeinschaften verschiedener Länder, die durch die Stiftung Verbundenheit gefördertwerden.
Zum Abschluss der Sitzung wurde die Idee entwickelt, nachdem Vorbild der Broschüre „Deutsche Minderheiten stellen sich vor“ einegemeinsame Publikation unter dem Titel „Deutschsprachige Gemeinschaften stellensich vor“ für 2027 zu erarbeiten. In seinem Schlusswort betonte HartmutKoschyk, dass sich die Arbeit des Beirats zunehmend konkretisiere und aus deminternationalen Dialog immer häufiger konkrete politische Anliegenhervorgingen. Diese Debatte müsse künftig noch stärker auch in der deutschenAußenpolitik geführt werden, um die Bedeutung deutschsprachiger Gemeinschaftenweltweit sichtbar zu machen und ihre Anliegen stärker in den Blick deutscherAuslandsvertretungen und politischer Entscheidungsträger zu rücken.




