Die Jahrestagung der Stiftung Verbundenheit hat eindrucksvoll gezeigt, dass die weltweite Arbeit der Stiftung, auf breite Unterstützung stößt – sowohl seitens der Bundesregierung und des Parlaments als auch bedeutender Partnerverbände.

Zu Beginn der gemeinsamen Tagung der Gremien und der Delegation des Internationalen Beirats deutschsprachiger Gemeinschaften (IBDG) fand ein Gespräch mit Monty Ott, Mitarbeiter der Bundestagsabgeordneten Marlene Schönberger (Bündnis 90/Die Grünen), statt. Im Mittelpunkt des Austauschs stand insbesondere die Situation der sogenannten „Jeckes“, der deutschsprachigen Israelis mit Wurzeln im deutschsprachigen Raum. Monty Ott betonte die hohe Bedeutung, die Marlene Schönberger diesem Thema beimisst, und sicherte Unterstützung für die von dem Beauftragten der Bayerischen Staatsregierung für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, für Erinnerungsarbeit und geschichtliches Erbe, Dr. Ludwig Spaenle, dem Präsidenten des Bundes der Vertriebenen und Stiftungsratsmitglied Stephan Mayer MdB sowie der Stiftung Verbundenheit angestoßene Initiative für eine „Jeckes-Resolution“ im Deutschen Bundestag zu. Auch Vertreter der SPD haben inzwischen ihre Unterstützung für dieses Vorhaben signalisiert.

Die geplante Resolution schließt eine Erinnerungslücke, indem sie das Schicksal und das Erbe der Jeckes als Teil deutscher Geschichteanerkennt und über ein reines Gedenken hinaus würdigt. Zugleich schafft sie politische Verbindlichkeit, um dieses Erbe langfristig zu sichern und insbesondere junge Generationen in beiden Ländern durch Förderung, Institutionalisierung und Bildungsarbeit daran heranzuführen.

Ein weiterer Gesprächspartner der Delegation war der neue Generalsekretär der FDP, Martin Hagen. Im Mittelpunkt des Austauschs stand die Rolle deutschsprachiger Gemeinschaften als Akteure der Bürgerdiplomatie und als wichtige Brückenbauer zwischen Deutschland und ihren Heimatländern. Martin Hagen unterstrich die Bedeutung der Auslandsdeutschen und deutschsprachigen Gemeinschaften auch für die FDP. Gerade für eine exportorientierte Nation sei es von großer Bedeutung, weltweit über Netzwerke von Menschen zu verfügen, die Deutschland verbunden sind und als natürliche Ansprechpartner sowie Sympathieträger wirken können. Er zeigte sich erfreut darüber, dass die Arbeit der Stiftung Verbundenheit in den vergangenen Jahren durch engagierte liberale Politiker wie Michael Link, Otto Fricke und Dr. Thorsten Lieb aktiv unterstützt wurde.

Beim Austausch mit dem Vorstandsmitglied Walter Brand und dem Geschäftsführer des Weltverbandes Deutscher Auslandsschulen (WDA) wurden die zahlreichen Schnittstellen zwischen der Arbeit deutscher Auslandsschulen und den Aktivitäten der Stiftung Verbundenheit deutlich. Bereits vor rund zwei Jahren hatten beide Institutionen einen Prozess der institutionellen Annäherung begonnen. Ziel ist es, künftig ein formelles Kooperationsabkommen zu schließen und die Zusammenarbeit weiter auszubauen. Ein gemeinsames Anliegen beider Organisationen ist es, die Sichtbarkeit deutschsprachiger Gemeinschaften und deutscher Bildungsinstitutionen in Berlin und auf Bundesebene zu stärken. Der Ratsvorsitzende der Stiftung Verbundenheit, Hartmut Koschyk, brachte dies auf den Punkt: „Der Weltverband Deutscher Auslandsschulen und die Stiftung Verbundenheit sind natürliche Partner.“

Die eigentliche Jahrestagung der Stiftung Verbundenheit fand auf Einladung der Bundestagsvizepräsidentin Andrea Lindholz MdB im Deutschen Bundestag statt. Als Ehrengast konnte die Stiftung Verbundenheit Dr. Thomas Leonhardt begrüßen, der die Arbeit der Stiftung in Lateinamerika von Beginn an intensiv begleitet und unterstützt.

In ihrer Begrüßung zeigte sich Bundestagsvizepräsidentin Andrea Lindholz beeindruckt von der Breite, mit der die Stiftung Verbundenheit gemeinsam mit ihrem internationalen Netzwerk deutscher Minderheiten und deutschsprachiger Gemeinschaften heute aufgestellt ist. Zugleich würdigte sie deren Engagement, das inzwischen in zahlreichen Ländern Wirkung entfaltet und einen wichtigen Beitrag zur Vernetzung, Sichtbarkeit und Zukunftsfähigkeit dieser Gemeinschaften leistet.
Hartmut Koschyk, Vorsitzender des Stiftungsrates, hob die besondere Bedeutung des Kuratoriums hervor. Es vereint zahlreiche Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, die sich engagiert für die Anliegen deutscher Minderheiten und deutschsprachiger Gemeinschaften weltweit einsetzen. Zugleich stellte er die seit der letzten Jahrestagung neu hinzugekommenen Mitglieder des Kuratoriums vor.

Im weiteren Verlauf der Tagung stand der Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern der Regierungsparteien CDU/CSU und SPD im Mittelpunkt. In seinem Eingangsstatement betonte der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, Christoph De Vries MdB (CDU/CSU), dass deutsche Minderheiten und deutschsprachige Gemeinschaften weltweit ein lebendiges und wertvolles Netzwerk bilden. Sie leisten einen bedeutenden Beitrag zum internationalen Ansehen Deutschlands und fungieren als wichtige Brücken in Kultur, Wirtschaft und Politik. Die Stiftung Verbundenheit stärkt diese Rolle gezielt durch ihre Vernetzungsarbeit und baut den Austausch mit Deutschland kontinuierlich aus. Dies fördert nicht nur das gegenseitige Verständnis, sondern bringt auch konkrete Vorteile für Deutschland. Gerade in einer Zeit wachsender globaler Vernetzung können diese Gemeinschaften –insbesondere in Südamerika und Israel – als überzeugende Botschafter eines modernen und positiven Deutschlandbildes wirken.

Die Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz sowie Kuratoriumsmitglied der Stiftung Verbundenheit, Anette Kramme MdB (SPD), dankte den Anwesenden für ihr vielfältiges ehrenamtliches Engagement. Sie würdigte insbesondere ihren Einsatz für die deutsche Sprache, Kultur und die Verbindung zu Deutschland in ihren jeweiligen Heimatländern. In diesem Zusammenhang hob sie die Stiftung Verbundenheit als wichtigen Akteur hervor, der seit vielen Jahren Pionierarbeit leistet und maßgeblich zur globalen Sichtbarkeit deutscher Minderheiten und deutschsprachiger Gemeinschaften beiträgt. Zugleich wurde unterstrichen, dass Deutschland gut beraten ist, dieses Potenzial aktiv zu nutzen. Die Förderung deutscher Minderheiten und deutschsprachiger Gemeinschaften ist nicht nur ein zentrales Anliegen der Kulturpolitik, sondern auch ein wesentlicher Bausteinmoderner Außen-, Gesellschafts- und Zukunftspolitik.

Ein weiteres zentrales Thema der Jahrestagung war die Stärkung des Wahlrechts für Auslandsdeutsche. Bereits im Dezember 2024 hatte die Stiftung Verbundenheit in ihrem Positionspapier #ZurSache „Demokratische Teilhabe weltweit: Abbau von Grenzen im Wahlrecht für Auslandsdeutsche“ auf bestehende Probleme hingewiesen. Wie Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Oliver Junk berichtete, wurde die Teilnahme an der Bundestagswahl 2025 durch verkürzte Fristen zusätzlich erschwert. Über 330 betroffene Auslandsdeutsche hatten sich bei der Stiftung gemeldet und berichtet, dass sie entweder keine Wahlunterlagen erhalten hätten oder diese so spät eingetroffen seien, dass eine rechtzeitige Rücksendung nicht mehr möglich war. Aus diesem Grund hat die Stiftung Verbundenheit gemeinsam mit „Mehr Demokratie e. V.“ für rund 900 Betroffene einen gemeinschaftlichen Wahleinspruch gegen die Gültigkeit der Bundestagswahleingelegt. Nachdem dieser erwartungsgemäß vom Wahlprüfungsausschuss des Deutschen Bundestages abgelehnt wurde, wird nun eine Wahlprüfungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe vorbereitet.

Weitere Themen der Jahrestagung waren aktuelle Entwicklungen in der Zusammenarbeit mit deutschen Minderheiten, deutschsprachigen Gemeinschaften sowie den „Jeckes“ in Israel. Gregor Gallai, Parlamentarischer Sprecher der Ungarndeutschen, berichtete über die Lage der deutschen Minderheit in Ungarn nach der Parlamentswahl. Christina Arheit-Zapp, Kuratoriumsmitglied, Leiterin des IBDG und Vorstandsmitglied des Dachverbandes deutsch-argentinischer Vereinigungen (FAAG), informierte über aktuelle Herausforderungen der deutschsprachigen Gemeinschaften. Werner Sonne, Kuratoriumsmitglied und Israel-Beauftragter der Stiftung, sowie Zvi Tropp, Vorstandsmitglied der „Vereinigung der Israelis mitteleuropäischer Herkunft“, beleuchteten die Situation in Israel.

Zum Abschluss der Jahrestagung wurde das vom Fachbeirat „Deutsche Sprache“ erarbeitete Positionspapier „Deutsch als Herkunfts- und Minderheitenmuttersprache im internationalen Raum“ verabschiedet, das von Prof. Dr. Gesine Elenore Schiewer vorgestellt wurde. In ihrer „Berliner Erklärung“ fordert die Stiftung Verbundenheit eine strategische Neubewertung der Sprachförderung für deutsche Minderheiten und deutschsprachige Gemeinschaften weltweit sowie ein wissenschaftlich fundiertes Gesamtkonzept der Bundesregierung. Die Stiftung appelliert daher an Bundesregierung, Bundestag und Länder, die Förderung von Deutsch als Herkunfts- und Minderheitenmuttersprache zu einemeigenständigen Schwerpunkt der deutschen Außenkultur-, Bildungs- und Gesellschaftspolitik zu machen. Denn die Zukunft der deutschen Sprache entscheidet sich nicht allein in Deutschland – sondern auch in den deutschsprachigen Gemeinschaften weltweit.


Neben der Jahrestagung fand ein umfangreiches Rahmenprogramm mit mehreren öffentlichen Veranstaltungen statt.

Den Auftakt bildete die Eröffnung der Ausstellung „200 Jahre deutsche Einwanderung nach Argentinien“ in der Botschaft der Republik Argentinien. Die Ausstellung dokumentiert eindrucksvoll die Geschichte und den Beitrag deutschsprachiger Einwanderinnen und Einwanderer zur Entwicklung Argentiniens. Zuvor wurde am San-Martín-Denkmal am Ibero-Amerikanischen Institut gemeinsam mit der argentinischen Botschafterin I. E. Betina Pasquali de Fonseca ein Kranz niedergelegt.

Darüber hinaus wurde die Delegation des Internationalen Beirats deutschsprachiger Gemeinschaften, mit Vertreterinnen und Vertretern aus Argentinien, Chile, Bolivien, Venezuela, den USA, Südafrika und Israel, von Bundestagsvizepräsidentin Andrea Lindholz im Deutschen Bundestag empfangen. Siebetonte, dass diese Gemeinschaften über einen enormen Erfahrungsschatz verfügten, von dem auch Deutschland profitieren könne.


Weiter stand ein Austausch mit Bundestagsabgeordneten zu Themenbereichen der deutschen Gemeinschaften und deutschen Minderheiten für die Vertreter der Stiftung Verbundenheit sowie für die Delegationsgruppe im Deutschen Bundestag auf dem Programm. Florian Oßner MdB, Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages, Martin Gerster MdB, Berichterstatter für den Einzelplan des Bundesministeriums des Innern der SPD-Bundestagsfraktion, sowie Klaus-Peter Willsch MdB, Berichterstatter für den Einzelplan des Bundesministeriums des Innern, Vorsitzender der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, zeigten sich beeindruckt von der Vielfalt und den unterschiedlichen Hintergründen der vertretenen Gemeinschaften. Die internationale Delegation konnte sich und ihre Gemeinschaften vorstellen, aktuelle Themen und Herausforderungen in den jeweiligen Ländern wie z.B. Argentinien, Chile, Uruguay, USA, aber auch Südafrika oder Israel sowie Förderpotentiale und Chancen in den Beziehungen zwischen Deutschland und den jeweiligen Herkunftsländern anbringen.
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Ein weiteres Gespräch fand mit Vertreterinnen und Vertretern des Referats DGI4 „Deutschsprachige Gemeinschaften“ im Bundesministerium des Innern statt. Dabei wurde deutlich, wie wertvoll die persönlichen Begegnungen mit den Delegationsmitgliedern sind und dass die Bundesregierung die Zusammenarbeit mit deutschsprachigen Gemeinschaften weiter ausbauen möchte.

Den Abschluss der Delegationswoche bildete eine öffentliche Podiumsdiskussion im Jüdischen Gemeindehaus Berlin zum Thema „Jüdisches Kulturerbe weltweit als Auftrag für die deutschsprachige Gemeinschaft und Deutschland – von Venezuela bis Israel“, die in Kooperation mit dem Moses Mendelssohn Institut stattfand. Im Mittelpunkt stand die weltweite Vernetzung deutsch-jüdischer Gemeinschaften sowie die Frage nach der Verantwortung Deutschlands für die Bewahrung dieses kulturellen Erbes. Deutsch-jüdische Gemeinschaften haben über Generationen hinweg in zahlreichen Ländern kulturelle, gesellschaftliche und wirtschaftliche Spuren hinterlassen. Ihre Geschichte ist eng mit Deutschland verbunden und zugleich Teil des kulturellen Erbes ihrer jeweiligen Heimatländer. Bis heute wirken ihre Nachfahren als Brückenbauer zwischen Gesellschaften, Kulturen und Generationen.

Lesen Sie die Rede des Parl. Staatssekretärs Christioph De Vries HIER.
Lesen Sie HIER und unter dem blauen Button die "Berliner Erklärung" der Stiftung Verbundenheit.











