Mit den Klick auf "Alle akzeptieren", sind Sie damit einverstanden, dass wir Cookies (auch von Drittanbietern) auf Ihrem Gerät speichern, um das Nutzererlebnis für Sie zu verbessern und für Marketingzwecke Ihre Seitennutzung aufzeichnen. Weiter Informationen finden Sie hier:
Datenschutzerklärung | Impressum
Datum
23.7.2026
Autor

Stiftung Verbundenheit im Dialog mit der deutschen Minderheit in Estland: Dienstreise nach Tallinn

Das Bundesministerium des Innern fördert weltweit, darunter auch im Baltikum, die Projekte der Deutschen Minderheiten. An dem Förderprogramm beteiligt sich die Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland als Mittler.  An der diesjährigen Prüfreise des BMI nach Estland mit dem Ziel, sich über die Vereinsarbeit in Tallinn vor Ort zu informieren, konnte auch Mónika Ambach, Projektkoordinatorin der Stiftung Verbundenheit für Baltikum, Ukraine und Ungarn, teilnehmen.

Die Ida-Virumaa Deutsche Gesellschaft engagiert sich in der Kinder- und Jugendarbeit und setzt sich dafür ein, jungen Menschen die Geschichte ihrer deutschen Vorfahren näherzubringen. Durch Bildungsangebote, kulturelle Veranstaltungen und kreative Projekte sollen die Teilnehmer ein Bewusstsein für ihre Herkunft entwickeln und zugleich die deutsche Kultur in Estland aktiv erleben. Der Verein wurde 2012 gegründet und verfügt über ca. 50 Mitglieder.

Mónika Ambach traf die Vereinsleiterin Dina Kubi, um sich eingehend über das BMI-Förderprogramm auszutauschen bzw. alle Vorgaben sowie technische Fragen zu klären, damit die Organisation sich weiterhin erfolgreich beim Bundesministerium des Innern um Förderung bewerben kann.

Die Projektkoordinatorin nahm außerdem an einem Workshop für Kinder teil, der sich den deutschen Spuren in Tallinn widmete. Die estnische Hauptstadt ist bis heute von ihrer deutsch-baltischen Vergangenheit geprägt: Die Kinder erkundeten historische Orte der Altstadt und lösten Aufgaben zu den besuchten Sehenswürdigkeiten. Ein Teil des Workshops bestand darin, eine Bildcollage zu gestalten, die von Gemälden der Cranach-Tradition inspiriert war. Auf diese Weise wurden Geschichte, Kunst und eigenes kreatives Arbeiten miteinander verbunden.

Die historischen Wurzeln der deutschen Gemeinschaft in Estland reichen weit zurück. Im Mittelalter gehörte das Gebiet des heutigen Estlands zum Einflussbereich des Deutschen Ordens. Seit dem späten 12. Jahrhundert prägten die Deutschbalten als eingewanderte Oberschicht über Jahrhunderte hinweg Politik, Wirtschaft und Kultur des Landes. Noch heute erinnern zahlreiche Adelspaläste, Kaufmannshäuser und Gildegebäude in Tallinn an diese Epoche. Mit der Umsiedlung der Deutschbalten während des Zweiten Weltkriegs verringerte sich die Zahl der Deutschen in Estland drastisch. Später siedelten sich auch Russlanddeutsche im Land an. Heute leben schätzungsweise rund 1.400 Menschen deutscher Abstammung in Estland. Die Gemeinschaft bemüht sich intensiv darum, Sprache, Kultur und Traditionen zu bewahren und an die jüngere Generation weiterzugeben.

Die Begegnungen in Tallinn machten deutlich, wie wichtig die Arbeit der deutschen Vereine für den Erhalt der kulturellen Identität ist. Besonders die Projekte für Kinder und Jugendliche schaffen einen lebendigen Zugang zur Geschichte und stärken das Bewusstsein für die deutschen Wurzeln. Die Dienstreise bot daher nicht nur Gelegenheit zum fachlichen Austausch, sondern auch einen eindrucksvollen Einblick in das engagierte Vereinsleben der deutschen Minderheit in Estland.

Unterstützen Sie die Stiftung Verbundenheit

Mit Ihrer Spende unterstützen Sie ausgewählte humanitäre und kulturelle Stiftungsprojekte weltweit. Werden Sie Teil unseres Spenderkreises und erhalten Sie exklusive Einblicke und Angebote.
Unterstützer werden