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Datum
7.8.2026
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Stiftung Verbundenheit präsentiert die Karpatendeutschen in der Slowakei beim „Tag der Heimat“ in Straubing

Präsentation KDV

Der Tag der Heimat ist die zentrale Gedenkveranstaltung des Bundes der Vertriebenen (BdV) und wird alljährlich an zahlreichen Orten in ganz Deutschland feierlich begangen. Die Keglerhalle am Peterswöhrd war in diesem Jahr in Straubing der Austragungsort für diesen besonderen Anlass auf Bezirksebene Niederbayern. Die Stiftung Verbundenheit war Mitveranstalter und führte zu diesem Anlass die erste von vier Veranstaltungen ihres neuen Projektes „Deutsche Minderheiten stellen sich in Bayern vor“ durch, welches die deutschen Minderheiten in Bayern bekannter machen und den Austausch fördern soll.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung in Straubing stand somit ein eindrucksvoller Auftritt des Karpatendeutschen Vereins in der Slowakei (KDV),der sich dem Publikum vielseitig und kulturreich durch Tanzpräsentationen und inhaltliche Vorträge präsentierte.

Eduard Neuberger, der Vorsitzende des BdV-Bezirks Niederbayern, begrüßte im Namen seines gesamten Vorstands eine Vielzahl bedeutender Ehrengäste. Unter den Anwesenden befanden sich der Schirmherr der Veranstaltung, Straubings Oberbürgermeister Markus Pannermayr und der Landtagsabgeordnete und Landesvorsitzende des Karpatendeutschen Vereins Josef Zellmeier. Ebenfalls willkommen geheißen wurden Bürgermeister Peter Stranninger, der stellvertretende Landrat Ludwig Knott sowie Stadtrat Christoph Laugwitz. Die Kommunalpolitik war zudem durch die zweiten und dritten Bürgermeister von Bogen, Josef Fisch und Franz-Xaver Eckl, vertreten. Seitens der Landsmannschaften nahmen unter anderem Helmut Zink von den Gäubodener Siebenbürger Sachsen und Roland Scheufler von der Sudetendeutschen Landsmannschaft an der Feierstunde teil. Vonseiten der Stiftung Verbundenheit waren der Stiftungsratsvorsitzende Hartmut Koschyk, der Geschäftsführer Sebastian Machnitzke sowie Teamleiter Dominik Duda vor Ort.

Unter dem bewegenden Leitwort „Bekenntnis und Verantwortung: Unser Kulturgut verbindet Europa“ verdeutlichten die Redner die verbindende Kraft der gemeinsamen Kulturgeschichte. Schirmherr Markus Pannermayr hob in seinem Grußwort hervor, dass Stadt und Landkreis Straubing-Bogen eng mit den Heimatvertriebenen verbunden seien. Er betonte, dass Vertreibung schmerzhaft sei, jedoch aus dem Miteinander vor Ort Neues wachsen könne: Gemeinschaft entstehe stets dort, wo Menschen bereit seien, aktiv aufeinander zuzugehen. Die Rolle der Vertriebenen und ihrer Nachkommen für die Stadt Straubing aber auch für das Land in Bezug auf die Wiederaufbauleistung nach dem Zweiten Weltkrieg und auch darüber hinaus als aktiver Teil der Gesellschaft ist nicht zu hoch zu betonen.

Eine schriftliche Grußbotschaft der verhinderten Landtagsabgeordneten Dr. Petra Loibl wurde von Eduard Neuberger verlesen. In diesem betonte Dr. Loibl, dass sie stolz darauf sei, dass die Karpatendeutschen aus der Slowakei ebenso wie z.B. die Sudetendeutschen, die Siebenbürger Sachsen oder die Banater Schwaben in Bayern ansässig seien und in den Strukturen des BdV gut zusammenwachsen. Sie hob hervor, dass die in der Slowakei verbliebenen Deutschen trotz jahrelanger Diskriminierung und der Unterdrückung unter dem kommunistischen Regime ihre deutsche Identität bewahrt hätten und heute wichtige Brückenbauer sowie ein demokratisches Kraftzentrum seien. Loibl bedankte sich besonders beim BdV Niederbayern und der Stiftung Verbundenheit für die Organisation der Vorstellung des Karpatendeutschen Vereins in Straubing. Die Landesbeauftragte unterstützt die Initiativen der Stiftung Verbundenheit seit Jahren intensiv und hebt die wichtige Rolle der Stiftung Verbundenheit für ihre Förderung der deutschen Minderheiten und deutschsprachigen Gemeinschaften in der guten und konstruktiven Zusammenarbeit hervor.

Hartmut Koschyk unterstrich in seiner Rede den hohen Stellenwert, die tiefe Verbundenheit und die kontinuierliche Unterstützung der Landsmannschaften im Freistaat Bayern durch die Stiftung Verbundenheit. Deutschen Minderheiten und ihrer lokalen, regionalen Kultur die Möglichkeit zugeben, sich in Bayern präsentieren zu können und somit den Fokus auf die deutschen Minderheiten zu legen, setze die Stiftung Verbundenheit mit ihrem Projekt „Deutsche Minderheiten stellen sich in Bayern vor“ mit Unterstützung des Freistaats gerne um. Das Wissen und das Bewusstsein für deutsche Minderheiten in Deutschland zu stärken, sei das wichtige Ziel. Der Einsatz für das kulturelle Erbe der Karpatendeutschen in der Slowakei sowie für dasselbe Ziel durch die Karpatendeutsche Landsmannschaft in Bayern und auf Bundesebene sei ein wichtiges Zeichen für die guten Verbindungen zwischen Bayern und der Heimatregion in der heutigen Slowakei.

Brunhilde Reitmeier-Zwick, Bundesvorsitzende der Karpatendeutschen Landsmannschaft, lobte anschließend den vorbildlichen Zusammenhalt der Vertriebenenverbände in Bayern sowie die sehr positive Zusammenarbeit und den Austausch mit der Stiftung Verbundenheit, die sich in den letzten Jahren zu einem Zentrum des Wissens und der Vermittlung mit und für deutsche Minderheiten entwickelt habe.+

Ein besonderer Höhepunkt war die Auszeichnung von Hilda Steinhübl, Vorstandsmitglied des Karpatendeutschen Vereins in der Slowakei (KDV), die von Brunhilde Reitmeier-Zwick als Zeichen des langjährigen Engagements und der Verbindung zwischen den heimatverbliebenen und heimatvertriebenen Karpatendeutschen mit der Goldenen Ehrennadel der Karpatendeutschen geehrt wurde. Josef Zellmeier MdL, selbst karpatendeutscher Herkunft, betonte in seinen Worten die historischen und kulturellen Wurzeln, die die Karpatendeutschen seit jeher eng mit Bayern verbinden und bestärkte die Auszeichnung für Hilda Steinhübl.

Kulturell gestaltete sich das Programm äußerst abwechslungsreich und stimmungsvoll. Die „Hummeltanzgruppe“ sowie die Tanzgruppe „Schadirattam“ aus Metzenseifen begeisterten die anwesenden Gäste mit traditionellen Tänzen in farbenfrohen Trachten. Die zusammen mit ihren Betreuerinnen und Betreuern, die die Geschichte der Gruppen erläuterten, perfekt einstudierten Darbietungen wurden vom Publikum mit anhaltendem Beifall und rhythmischem Mitklatschen belohnt. Die Gruppen, in Trachtenkleidern und mit Klatschen und Rufen auf der Bühne tanzend, konnten zeigen, dass auch die junge Generation der Karpatendeutschen die Kultur weitertragen wollen.

Auch kulinarisch gab es Besonderheiten zu entdecken: Nebeneiner eindrucksvollen Torte präsentierte die Delegation eine karpatische Spezialität in Form eines traditionellen Nuss- und Mohnstollens, dem Kaschauer Strudel, der eigens von einer Privatbäckerei für die Veranstaltung des „Tages der Heimat“ gebacken, von der Gruppe der Gäste aus der Slowakei mitgebracht und auf der Bühne offiziell "angezuckert" wurde. Alle Gäste waren sich einig, dass der mitgebrachte Strudel nicht nur eine schöne Geste, aber vor allem ein geschmackvolles Element der karpatendeutschen Kultur darstellte.

Die schon ausgezeichnete Hilda Steinhübl nutzte die Gelegenheit, in Form einer Präsentation den Zuschauern den Karpatendeutschen Verein in der Slowakei näher vorzustellen. Der 1990 gegründete Verein hat seinen Hauptsitz in Kaschau / Košice, der zweitgrößten Stadt der Slowakei. Er versteht sich als eine lebendige Brücke zwischen der deutschen Minderheit und der Mehrheitsbevölkerung sowie als Bindeglied zwischen der Slowakei und den deutschsprachigen Ländern im Herzen Europas und ist durch das Engagement der Mitglieder und Anhänger sowohl bei der älteren als auch bei der jüngeren Generation eine willkommene Adresse. Die Stiftung Verbundenheit ist als Mittlerorganisation des Bundesministeriums des Innern im Förderprogramm für deutsche Minderheiten aktiv und betreut auch die Tätigkeiten des Karpatendeutschen Vereins. Die Zuschauer würdigten im Anschluss inGesprächen die starke Aktivität der karpatendeutschen Minderheit trotz ihrer im Vergleich zu anderen deutschen Minderheiten geringeren Mitgliederzahl und ihr von Kultur-, über Jugend- und Sprach- bis hin zu Medienprojekten reichendes Angebot.

Sehen Sie hier die Präsentation des KDV.

Den harmonischen Abschluss des gelungenen Festtages bildete das gemeinsam gesungene Traditionslied „Wahre Freundschaft soll nicht wanken“,das die tiefe Verbundenheit aller Beteiligten noch einmal eindrucksvoll unterstrich.

Die Stiftung Verbundenheit bedankt sich für die gute Kooperation mit dem BdV Niederbayern sowie die erfolgreiche Partnerschaft mit dem Karpatendeutschen Verein in der Slowakei. Die Veranstaltungsreihe „Deutsche Minderheiten stellen sich in Bayern vor“ wird vom Freistaat Bayern über das Haus des deutschen Ostens finanziert.

Lesen Sie hier das Grußwort von Dr. Petra Loibl, der Bayerischen Landesbeauftragten für Vertriebene und Aussiedler.

Lesen Sie hier einen Artikel aus der Straubinger Zeitung zur Veranstaltung:

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