Seit diesem Jahr ist das Lateinamerika-Projekt der Stiftung Verbundenheit in die Zuständigkeit des Bundesministeriums des Innern übergegangen. Ergänzend zu einem Besuch des Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Dr. Dr. h. c. Bernd Fabritius, in Argentinien fand ein intensiver Arbeitsbesuch von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bundesministeriums des Innern in Chile statt.
Neben Veranstaltungen in der Hauptstadt Santiago stelltender Hauptgeschäftsführer der Stiftung Verbundenheit, Dr. Marco Just Quiles, und der Teamleiter Lateinamerika, Gabriel Podevils, die Vereinsarbeit der deutsch-chilenischen Gemeinschaft im Süden des Landes vor. Begleitet wurde die Delegation durch den Geschäftsführer des Deutsch-Chilenischen Bundes (DCB), Hartmut Clausse, mit dem die Stiftung Verbundenheit seit diesem Jahr als zentralem Partner in Chile zusammenarbeitet.

Mit dem Honorarkonsul von Puerto Varas Tomás Bollinger Folkerts
Schwerpunkt des Besuchs waren Arbeitstreffen mit zahlreichen deutschen Vereinen in der klassischen Einwanderungsregion im Süden Chiles, insbesondere in der Región de Los Lagos. In Puerto Montt wurde die Delegation vom Honorarkonsul der Bundesrepublik Deutschland, Tomás Bollinger Folkerts, empfangen. Er gab einen Überblick über die vielfältige Vereinslandschaft der Region und betonte die große historische und kulturelle Verbundenheit der Region mit Deutschland. Die Stiftung Verbundenheit liefere wichtige Unterstützung um die größten Herausforderungen der vereine im Süden zu bearbeite: die Nachwuchsproblematik und den zunehmenden Verlust der deutschen Sprache. Hier müssten die Hilfestellungen aus Deutschland noch viel stärker intensiviert werden.

Mit Mitgliedern des Deutschen Vereins Frutillar
Ein erster Austausch fand mit dem Deutschen Verein Frutillar statt, der der Delegation im Anschluss auch einen Einblick in die Stadtgeschichte vermittelte. Architektur und das örtliche Einwanderermuseumzeugen bis heute von der deutschen Einwanderungsgeschichte in der Region. Der Vorsitzende des Vereins, Ricardo Yunge, erläuterte die Aktivitäten und Strukturen des Vereins sowie dessen Rolle im kulturellen Leben der Stadt.

Im deutschen Sportverein Llanquihue

Mit Mitgliedern des Präsidiums des deutschen Sportvereins Llanquihue
Ein weiterer Programmpunkt war der Besuch des Deutschen Sportvereins Llanquihue. Präsident Felipe Werner und Mitglieder des Vorstand sstellten den größten Sportverein der Region mit seinen umfangreichen Anlagen vor. Werner betonte, dass die Verbindung von sportlichen und kulturellen Aktivitäten vor zwei Jahren zu einer besonders vertrauensvollen Zusammenarbeitmit der Stiftung Verbundenheit geführt habe. Ein Beispiel hierfür ist das „Kulturnetzwerk Camp“, das seit zwei Jahren von der Stiftung in Kooperation mit zahlreichen Kulturvereinen der Region organisiert wird und auf dem Gelände des Sportvereins Llanquihue stattfindet. Ziel der Initiative ist es, Impulse für die kulturelle Arbeit zu geben und die Vernetzung der Vereine untereinander sowie mit deutschen Auslands institutionen zu stärken.

Im Deutschen Verein Puerto Montt
Im Anschluss besuchte die Delegation den Deutschen Klub in Puerto Montt. Präsident Jorge Marchant empfing die Gäste gemeinsam mit weiteren Mitgliedern des Vorstands. Der Deutsche Klub gehört zu den traditionsreichen Vereinen der Region. Man schätze insbesondere die Unterstützung der Stiftung Verbundenheit bei der Vernetzung der Vereine im Süden Chiles sowie bei der Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Chilenischen Bund. Zugleich äußerte der Verein Interesse an einer weiteren Intensivierung gemeinsamer kultureller Projekte. Mit seiner zentralen Lage, den Vereinsräumen und dem Restaurant bietet der Klub zudem gute Voraussetzungen für kulturelle Veranstaltungen.

Im deutschen Verein Puerto Varas
Auch der Deutsche Verein in Puerto Varas empfing die Delegation. Präsident Alejandro Droppelmann hob hervor, dass die Stiftung Verbundenheit seit mehreren Jahren kontinuierlich den Kontakt zu den Vereinender Region pflege und damit eine wichtige Rolle bei der Vernetzung und Projektentwicklung spiele. Die inhaltlichen Impulse der Stiftung sowie die Unterstützung bei der Zusammenarbeit mit anderen Institutionen seien ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Vereine als Multiplikatoren der deutsch-chilenischen Beziehungen. Die Delegation konnte sich vor Ort von den großzügigen Veranstaltungsräumen im Zentrum von Puerto Varas überzeugen, die regelmäßig für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden.

In der Studentenverbindung Vulkania in Valdivia
Darüber hinaus besuchte die Delegation die deutsch-chilenische Vereinslandschaft in Valdivia. Dort standen Gespräche mit der Deutschen Schule Valdivia zur Zusammenarbeit zwischen Schulen und Vereinen auf dem Programm. Zudem fand ein Austausch mit der Studentenverbindung Vulkania sowie ein Gespräch mit der örtlichen Vertreterin des Deutsch-Chilenischen Bundes, Karin Jürgens, statt.

Im Kulturzentrum „Sofía Hott“ in Osorno
Der vorletzte Besuch des zweitägigen Aufenthalts bildete ein Treffen der deutschsprachigen Institutionen in Osorno. Im Kulturzentrum „SofíaHott“ empfing die Leiterin Constanza Hott die Delegation und stellte die Arbeit der Einrichtung vor, die eng mit der Deutschen Schule Osorno verbunden ist. Das Kulturzentrum sieht in der Zusammenarbeit mit der Stiftung Verbundenheit eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung gemeinsamer Kulturprojekte.

Im Deutschen Verein Osorno
Abschließend besuchte die Delegation den Deutschen Verein Osorno, wo Vertreter des Vorstands die Gäste empfingen. Der Verein betonte die Bedeutung der von der Stiftung Verbundenheit angestoßenen Vernetzungsarbeit der Vereine im Süden Chiles. In diesem Zusammenhang wurde bereits eine Kooperationsvereinbarung zwischen mehreren Vereinen der Region geschlossen. Für die Zukunft erhofft sich der Verein insbesondere Unterstützung bei der Entwicklung neuer Projekte, bei der Jugendarbeit sowie bei der stärkeren Einbindung deutschstämmiger Unternehmer der Region in die Vereinsarbeit.
Die Stiftung Verbundenheit dankt allen beteiligten Vereinenfür den offenen Austausch sowie für den herzlichen Empfang der Delegation des Bundesministeriums des Innern.





