Auf dem Youtube-Kanal der Stiftung Verbundenheit ist nun ein neues Video des Volksmusikensembles „Die Lustigen Oberfranken“ zu sehen: Tumbalalaika.
Tumbalalaika ist eine traditionelle jiddisches Volksweise. Es ist weltweit eines der bekanntesten Lieder der jiddischen Musikkultur und gehört zum festen Repertoire der Klezmer-Musik.
Das Lied ist als Liebes- und Rätselspiel aufgebaut. Ein junger Mann stellt einer jungen Frau philosophisch-romantische Fragen, die man oft erst durchdenken muss, bevor man sie beantwortet. Typische Rätsel im Lied sind: „Was kann brennen, ohne Feuer zu haben?“ (Antwort: Die Liebe.) „Was kann weinen, ohne Tränen zuhaben?“ (Antwort: Das Verlangen oder Sehnen.) „Was kann wachsen, ohne Regen zu haben?“ (Antwort: Die Liebe oder eine Beziehung.)
Der namensgebende Refrain lautet „Tum-bala-bala-laika,tum-bala-laika...“, ein rhythmischer, eingängiger Kehrreim, der zum Mitsingen einlädt.
Wie bei vielen Volksliedern ist der genaue Ursprung und Autor nicht überliefert. Es wurde über Generationen mündlich in osteuropäischen jiddischen Gemeinden (den Schtetls) überliefert.
Das Lied wurde von unzähligen Künstlerinnen und Künstlern interpretiert – darunter berühmte jiddische Sängerinnen wie Theodore Bikel, Chava Alberstein, aber auch von Pop- und Rock-Acts sowie zahlreichen Chören rund um den Globus.
Der Ort der Aufnahme des nun neuen Videos des Volksmusikensembles „Die Lustigen Oberfranken“, die im Rahmen des Projektes der „Lieder der Heimat“ musikalisch die Kultur der Heimatregionen der deutschen Minderheiten und deutschsprachigen Gemeinschaften betonen, mit dem Titel „Tumbalalaika“ ist Tüchersfeld gewesen. Zwei steil aufragende, markante Felsentürme über einem Komplex historischer Fachwerkhäuser aus dem 18. Jh. - der „Judenhof“, in dem das Fränkische Schweiz-Museum untergebracht ist. Ein besonderer Ort und ein Wahrzeichen der Region.
In 43 Räumen bietet das Museum einen breit gefächerten Überblick über den Landschaftsraum Fränkische Schweiz. Gezeigt werden Gegenstände aus der Erdgeschichte, Archäologie, Geschichte, Landwirtschaft, Trachten, Volksfrömmigkeit und Handwerk. Außergewöhnliche Fossilien, Zeugnisse menschlicher Besiedlung seit den Neandertalern, Objekte aus dem Mittelalter und dem Dreißigjährigen Krieg sind hier ebenso ausgestellt wie Werkstätten alter Handwerksberufe oder die aus feinstem Golddraht gewirkten regionaltypischen Brautkronen. Eine Besonderheit ist die originale Synagoge aus dem 18. Jh. In ihr finden sich Informationen über den jüdischen Jahreskreislauf und das Leben einer jüdischen Landgemeinde.
Die Stiftung Verbundenheit engagiert sich intensiv für den Erhalt und die Weiterentwicklung der deutsch-jüdischen Kultur- und Erinnerungsarbeit in Israel. In enger Kooperation mit der Vereinigung der Jeckes fördert sie den intergenerationellen Dialog sowie die Pflege der deutschen Sprache. Durch gezielte Workshops, Seminare und Stipendienprogrammeschlägt die Stiftung somit eine Brücke zwischen den Wurzeln der deutschsprachigen Einwanderer und den jüngeren Generationen der Jeckes in Israel.
Diese Wichtigkeit des Engagements wird auch durch das neue Video der „Lustigen Oberfranken“ deutlich.
Die Stiftung Verbundenheit bedankt sich beim Bezirk Oberfranken und Bezirkstagspräsident Henry Schramm, beim Landkreis Bayreuth und seinem Landrat Florian Wiedemann sowie beim Fränkische Schweiz Museum und Museumsleiter Dr. Jens Kraus für die Unterstützung des Projektes.


