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Datum
24.3.2026
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#verbunden_mit Patrik Lompart

Am 12. März wurde Patrik Lompart als Nachfolger von Dr.Ondrej Pöss an die Spitze des Karpatendeutschen Vereins in der Slowakei (KDV) gewählt.Als bisheriger Leiter der Karpatendeutschen Jugend (KDJ) hat er schon einigeJahre wertvolle Erfahrungen in der Minderheitenarbeit gesammelt. Im Gesprächwerfen wir mit dem neuen Vorsitzenden einen Blick auf seine Prägungen, seinePläne und seine Visionen für die Deutsche Minderheit in der Slowakei. Wir sind #verbunden_mitPatrik Lompart.

Zunächst noch einmal unseren herzlichen Glückwunsch zurWahl als Vorsitzender des KDV! Patrik, Du stammst ja selbst aus einerkarpatendeutschen Gemeinde in der Oberzips. Wie bist Du aufgewachsen?

Aufgewachsen bin ich in Hopgarten/Chmeľnica in einerFamilie, in der der Dialekt – das Hopgärtnerische – zum Alltag gehörte. ZuHause wurde mit den Großeltern und auch mit der ganzen Familie meistens imDialekt gesprochen. So habe ich die Sprache schon von klein auf ganz natürlichgelernt. Den ersten Kontakt mit der deutschen Sprache außerhalb der Familiehatte ich dann im Kindergarten. Dort wurde neben dem Slowakischen auch Deutschverwendet und wir haben einfache Wörter, Lieder und Reime gelernt. Die ersteStufe der Grundschule habe ich direkt in Hopgarten besucht. Deutsch spielte imUnterricht eine wichtige Rolle und wir hatten viele Stunden, in denen wirDeutsch gelernt und verwendet haben. Später, in der zweiten Schulstufe, bin ichnach Altlublau/Stará Ľubovňa gegangen. Auch dort wurde der Deutschunterrichterweitert. Neben dem Hochdeutschen war aber auch unser Dialekt weiterhinpräsent – sowohl im Alltag als auch in der Schule.

Auch im Studium hast Du dich der deutschen Sprachegewidmet. Wie sah Deine akademische Laufbahn aus?

Mein Bachelorstudium habe ich an der KatholischenUniversität in Rosenberg/Ružomberok abgeschlossen. Anschließend habe ich an derUniversität der Heiligen Kyrill und Method in Tyrnau/Trnava weiter studiert, woich 2014 meinen Masterabschluss gemacht habe. Während des Studiums konnte ichnicht nur die Sprache, sondern auch die Kultur und die Traditionen derdeutschen Minderheit vertiefter kennenlernen. Dadurch hat sich auch meineBeziehung zu meiner Heimat gefestigt. In meiner Masterarbeit habe ich mich der Erforschungder Gemeinde Hopgarten und deren örtlichen Dialekts gewidmet. Dabei habe ichtheoretisches Wissen mit praktischen Erfahrungen zu kultureller Identität undSprache verbunden. Das war auch die Grundlage für meine weiteren Aktivitäten imBereich der deutschen Minderheit und der Bildungsarbeit. Nach demHochschulabschluss war ich als Dozent an der Katholischen Universität tätig.Anschließend absolvierte ich ein Doktorstudium (PhD.) im Fach Soziale Arbeit.In meiner Dissertation habe ich das System der Ersatzfamilienbetreuung in derSlowakei und in Deutschland verglichen.

Neben Deinem Engagement für den Karpatendeutschen Verein bistDu beruflich als Grundschullehrer tätig. Welche Bedeutung hat für Dich dieArbeit mit dem Nachwuchs?

Seit 2020 arbeite ich als Lehrer an der Grundschule derDeutschen Minderheit in Kesmark/Kežmarok. Die Arbeit mit dem Nachwuchs ist fürmich von großer Bedeutung, da ich täglich miterleben kann, wie Kinder nicht nurihre sprachlichen Fähigkeiten verbessern, sondern auch Selbstvertrauen, Neugierund Teamgeist entwickeln. Es bereitet mir große Freude, sie auf ihrem Weg zubegleiten, ihre Talente zu fördern und sie für die deutsche Sprache und Kulturzu begeistern. Diese Arbeit ist für mich besonders bereichernd, weil sieunmittelbaren Einfluss auf die Zukunft der Gemeinschaft hat und mir zugleichdie Möglichkeit gibt, Wissen und Werte nachhaltig weiterzugeben.

Auf meinem Weg konnte ich auch viel vom KDV-Vorsitzenden,Herrn Dr. Ondrej Pöss, lernen. Er hat mir vieles gezeigt, mich zu verschiedenenVeranstaltungen mitgenommen und mir wertvolle Erfahrungen vermittelt. Durchseine Unterstützung habe ich einen tieferen Einblick in die Arbeit des Vereinsund in das Engagement für die deutsche Minderheit bekommen, was mich in meinereigenen Arbeit und meinem Einsatz sehr geprägt hat.

So geht es sicherlich vielen im Karpatendeutschen Verein.Alle sind Herrn Pöss zu großem Dank verpflichtet. Als er zuletzt Vorsitzenderwar, warst Du Jugendkoordinator der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheitenund zwölf Jahre lang Vorsitzender der Karpatendeutschen Jugend. Wie geht es mitder Nachwuchsarbeit nun weiter?

Als neue Vorsitzende der Karpatendeutschen Jugend wurdeMiroslava Quallichová aus Metzenseifen/Medzev gewählt. Für die Zukunft bin ichzuversichtlich, dass die Nachwuchsarbeit weiterhin eine zentrale Rolle spielenwird. Die Strukturen und Kontakte, die in den letzten Jahren aufgebaut wurden,bieten eine Grundlage, auf der kommende Generationen aufbauen können. Wichtigwird sein, junge Menschen weiterhin aktiv einzubinden, ihnen Mitgestaltung zuermöglichen und neue Formate zu entwickeln, die ihre Interessen undLebensrealitäten widerspiegeln.

Welche Schwerpunkte möchtest Du sonst imKarpatendeutschen Verein legen?

Ich möchte an die bereits geleistete Arbeit imKarpatendeutschen Verein anknüpfen und die vielen guten Projekte undTraditionen fortführen. Gleichzeitig ist es mir wichtig, neue Impulse zu setzenund den Verein auch für zukünftige Herausforderungen gut aufzustellen. Einbesonderer Schwerpunkt soll dabei auf der Förderung der Jugend und derZusammenarbeit zwischen den Generationen liegen. Junge Menschen sollen dieMöglichkeit bekommen, sich einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und eigeneIdeen umzusetzen. Gleichzeitig ist die Erfahrung der älteren Generation fürunseren Verein sehr wertvoll.

Die Förderung der deutschen Sprache und eine solide Bildungsind für mich zentrale Aufgaben, um kulturelle Kontinuität zu sichern. Außerdemist mir die Pflege von Kontakten und Kooperationen mit Partnerorganisationen imIn- und Ausland wichtig, um unsere Perspektiven zu erweitern. Ich möchte, dassder Karpatendeutsche Verein ein moderner und offener Verein ist und ich willdazu beitragen, dass der KDV transparent und zukunftsorientiert arbeitet.

Was wünschst Du Dir für den Karpatendeutschen Verein?

Für den Karpatendeutschen Verein wünsche ich mir vor allem,dass er auch in Zukunft ein lebendiger Ort der Begegnung bleibt – für ältereGenerationen genauso wie für junge Menschen. Mir ist wichtig, dass unsereGeschichte, unsere Kultur und unsere Sprache weiterhin gepflegt und an dienächste Generation weitergegeben werden. Gleichzeitig hoffe ich, dass sichimmer wieder engagierte Menschen finden, die bereit sind, Verantwortung zuübernehmen und neue Ideen einzubringen. Besonders wünsche ich mir, dass auchjunge Menschen ihren Platz im Verein finden und die Gemeinschaft aktivmitgestalten. Denn nur wenn es gelingt, Tradition mit neuen Impulsen zuverbinden, hat der Karpatendeutsche Verein auch langfristig eine starkeZukunft.

Danke für das Gespräch und viel Erfolg für Deine zukünftigen Aufgaben!

Lesen Sie hier den Beitrag der Stiftung Verbundenheit zur Wahl von Patrik Lompart als neuem Vorsitzenden des Karpatendeutschen Vereins.

Das Gespräch führte Katrin Litschko, die Chefredakteurin des Karpatenblatts.

Wir danken dem Karpatenblatt für die Erlaubnis zur Nutzung des Interviews und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.

Das Original-Interview finden Sie hier: https://karpatenblatt.sk/kdv-vorsitzender-patrik-lompart-plaene-interview/

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