„Junge Spätaussiedler/innen und junge Heimatvertriebene und Heimatverbliebene als Brückenbauer in Deutschland und Europa“ – unter dieser Überschrift veranstaltet die Deutsche Gesellschaft e.V. gemeinsam mit der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen einen Essay-Wettbewerb.
Dieser richtet sich an junge Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler, Nachfahren von Vertriebenen sowie Angehörige deutscher Minderheiten im Ausland. Ziel des Projektes ist es, jungen Menschen Raum zugeben, sich in Form des Schreibens mit ihrer Herkunft, Heimat, Identität, Erinnerungskultur und der Zugehörigkeit zu mehr als nur einem Kulturraum auseinanderzusetzen und ihre Perspektiven in die gesellschaftliche Öffentlichkeit einzubringen.

Der Essay-Wettbewerb knüpft an die erfolgreichen Brückenbauer-Formate der Vorjahre an und führt nach Foto-, Film und Podcast-Beiträgen das genannte Anliegen nun in der traditionelleren sprachlich-literarischen Form fort. Das Essay als Textart passt dabei sehr gut und wird dabei bewusst gewählt, da es als offenes Format das Einbeziehen von persönlichen Erfahrungen, Gedankenzügen und stilistischen Elementen zulässt.
Junge Spätaussiedler, ihre Nachkommen und junge Heimatverbliebene
Vertriebene und Spätaussiedler sowie ihre Nachkommen zählen zu den größten Zuwanderungsgruppen in der Bundesrepublik Deutschland. Ihre Geschichte, ihr kulturelles Erbe und ihr gesellschaftlicher Beitrag bleiben jedoch zugleich in der öffentlichen Wahrnehmung häufig unterrepräsentiert. Ähnliches gilt für die Erfahrungen deutscher Minderheiten in Mittel- und Osteuropa sowie in Russland, Zentralasien und im Kaukasus. Seit einigen Jahren lässt sich aber ein wachsendes Interesse junger Menschen beobachten, sich mit der Geschichte ihrer Familien, den Herkunftsregionen ihrer Vorfahren und den Folgen von Vertreibung, Aussiedlung und Migration auseinandersetzen wollen. Viele dieser jungen Menschen bewegen sich selbstverständlich zwischen mehreren kulturellen und sprachlichen Bezügen. Sie bringen besondere Kompetenzen der Vermittlung, Mehrfachzugehörigkeit und Reflexion mit – und wirken damit als Brückenbauer zwischen Generationen, Gesellschaften und Erinnerungsräumen. Sie schaffen es, in ihren jeweiligen Umgebungen für die Integration, den Austausch und auch für die Akzeptanz der jeweils anderen kulturellen Einflüsse zu stehen. Sie sind bildlich gesehen zwei Seiten einer Medaille. Dieses Engagement verdient es, stärker wahrgenommen und gewürdigt zu werden, was den Ansatzpunkt des Essay-Wettbewerbs darstellt.
Teilnahmebedingungen des Essay-Wettbewerbs
Der Essay-Wettbewerb wurde bereits im Februar 2026 ausgerufen, der Einsendeschluss für Beiträge ist jedoch erst der 1. Juni 2026. Der Wettbewerb richtet sich an junge Menschen im Alter von 15 bis 35 Jahren, die selbst Spätaussiedlerinnen oder Spätaussiedler sind, aus Familien mit Vertreibungs- oder Aussiedlungsgeschichte stammen oder junge Angehörige deutscher Minderheiten im Ausland sind.
Eingereicht werden kann ein deutschsprachiges Essay zwischen 1.500 und 3.500 Wörtern, das sich mit Fragen von Herkunft, Identität, Heimat, Sprache, Erinnerung oder dem sogenannten Brücken-Bauen auseinandersetzt.
Alle Beiträge werden von einer unabhängigen Jury anonymisiert ausgewertet. Die besten 15 Essays werden dann im Anschluss für eine Online-Publikation ausgewählt. Die ersten drei Plätze erhalten zudem ein Preisgeld. Jeweils einen Sonderpreis für den besten Beitrag aus den Reihen der deutschen Minderheiten sowie aus den Reihen der deutschsprachigen Gemeinschaften ruft die Stiftung Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland aus.
Alle Beiträge werden im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung voraussichtlich am 4. September 2026 in Berlin gewürdigt.
Der Wettbewerb wird gefördert vom Bundesministerium des Innern.
Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten der Deutschen Gesellschaft unter https://t1p.de/WortBruecken






