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Datum
15.4.2026
Autor

Fachbibliothek Aktuell: Neue Literatur aus der Gottschee

Die Stiftung Verbundenheit ist in ihrem Auftrag des Bundesministeriums des Innern als Mittlerorganisation für die Förderung deutscher Minderheiten in Mittel-und Osteuropa, Russland sowie Zentralasien tätig. In Lateinamerika arbeitet sie an der Einbindung der deutschsprachigen Gemeinschaften in die Auswärtige Kultur und Bildungspolitik. In der Region Oberfranken, in Bayern und Deutschland hat sich die Stiftung Verbundenheit vorgenommen, die deutschen Minderheiten, deutschsprachigen Gemeinschaften in Lateinamerika und weltweit sowie ihre Heimatregionen in der Öffentlichkeit bekannter zu machen.

Die Stiftung Verbundenheit stellt in ihrem Bayreuther Büro eine Fachbibliothek zum Themenfeld der deutschen Minderheiten, deutschsprachigen Gemeinschaften in Lateinamerika und weltweit zur Verfügung. In ihr findet sich ein breiter Buchbestand an Fach- und Sachliteratur zu den Themen der Geschichte, Kultur, Traditionen und Bräuchen der Deutschen im Ausland und ihrer Heimatregionen. Auch aktuelle thematische Literatur zur Sprach-, Medien-,Jugend- und Projektarbeit der deutschen Minderheiten und deutschsprachigen Gemeinschaften und zu Forschungsinhalten sind Teile der Bibliothek.

Als weiteres Element der Bibliothek der Stiftung Verbundenheit gibt es hinzukommend zum bereits Erwähnten ein Archiv der Zeitungen und Zeitschriften der deutschen Minderheiten und deutschsprachigen Gemeinschaften, das sowohl einen Überblick über die aktuellen Themen, Veranstaltungen und Herausforderungen bietet, sondern auch die Möglichkeit im Archiv zu stöbern, um die Entwicklung und Hintergründe der deutschen Minderheiten und deutschsprachigen Gemeinschaften nachvollziehen zu können.

In diesem Kontext möchte sich die Stiftung Verbundenheit für die Neuzugänge in ihrer Bibliothek bedanken und diesen empfehlen.

Anja Moric ist Politikwissenschaftlerin, Ethnologin und Kulturanthropologin. Sie untersucht am Institut für ethnische Fragen (INV) in Laibach/Ljubljana Identitätsprozesse in Minderheitengemeinschaften, Beziehungen zwischen Minderheiten und Mehrheiten, Nationalismen, (erzwungene) Migration, Politik des Gedenkens und des kulturellen und nationalen Erbes. Sie widmet sich besonders der deutschsprachigen Gemeinschaft in Slowenien sowie in der Diaspora, im Raum der Gottschee / Kočevje und anderen Grenz- oder multikulturellen Gebieten.Sie schloss ihr Studium 2007 ab und promovierte 2016 in Politikwissenschaft an der Fakultät für Sozialwissenschaften der Universität Ljubljana, wo sie für ihre Dissertation über slowenische Deutsche in der Diaspora den Professor-Klinar-Preis erhielt. Sie schloss ihr Studium mit einem Abschluss in Ethnologie und Kulturanthropologie an der Fakultät für Geisteswissenschaften der Universität Ljubljana ab (2024). Von 2017 bis 2025 war sie am Fachbereich Ethnologie und Kulturanthropologie der Fakultät für Geisteswissenschaften der Universität Ljubljana tätig und von 2019 bis 2025 am Institut für Musik und Ethnologie des ZRC SAZU. Sie leitete das grundlegende Forschungsprojekt "The Weight of the Past: The Heritage of Multicultural Areas – The Case of Kočevje" (2022–2025, ARIS), das Studentenprojekt "Ethnological Collection of the Gottschee and the Walking Trail among Old Varieties of Fruit Trees" (2023, UL) sowie zwei bilaterale Projekte mit den USA und Kroatien. Sie forscht hauptsächlich unter Gottscheer Einwohnern und Mitgliedern der deutschsprachigen Gemeinschaft in Slowenien, Österreich, den USA und Kanada; sie beteiligt sich außerdem an Forschungen zur Roma-Gemeinschaft und slowenischen Minderheiten in den Nachbarländern (Österreichische Steiermark, Kanaltal, Kolpa-Tal und Čabranka-Tal). 2023 und 2024 war sie Gastforscherin am Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas in München.Seit 2016 leitet sie das Putscherle-Institut, wo sie Projekte zur Interpretation und Bewahrung des Kulturerbes in der Region Gottschee / Kočevje vorbereitet und koordiniert. Sie ist Autorin von mehrerer Ausstellungen und wissenschaftlicher Literatur. Sie hat drei ethnografische Filme gedreht, darunter "Deep in the Heart We Feel Her" (2018), der die Lebensgeschichten von Gottscheern in Slowenien, Österreich, den USA und Kanada verfolgt. Für die Jüngsten hat sie vier Bücher über das kulturelle Erbe der weiteren Gotscheer-Region vorbereitet, mit begleitenden Texten für Eltern und Lehrer. Sie ist Herausgeberin und Autorin des Blogs Kočevski-Blog www.kocevskibrlog.com. Sie ist in Berufsverbänden aktiv: Mitglied des Komitees für das Studium nationaler Minderheiten an der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Künste (seit 2024), Mitglied des Rates von JSKD IO Kočevje (seit 2020), in den Jahren 2017–2024 Mitglied des Vorstands der Slowenischen Ethnologischen Gesellschaft und Leiterin der Arbeitsgruppe für Slowenen außerhalb der Grenzen der Republik Slowenien (2019–2024). Für ihren Beitrag zur Erhaltung des kulturellen Erbes der Region Kočevje erhielt sie eine Auszeichnung der Gottscheer Heritage and Genealogy Association, USA (2018, 2022), sowie die Plakette des Bürgermeisters der Gemeinde Kočevje (2018).

In Zusammenarbeit mit der Stiftung Verbundenheit entwickelt Anja Moric eine Studie und eine Ausstellung zur Geschichte und zur aktuellen Lage der deutschsprachigen Minderheit in Slowenien, die vom Freistaat Bayern gefördert wird.

Zwei Bücher, die aus der Feder von Anja Moric stammen, bereichern nun die Fachbibliothek der Stiftung Verbundenheit.

Das Pilichmandl: eine Geschichte aus den Gottscheer Wäldern

In diesem Kinderbuch wird die alte Erzählung vom Pilichmantl - einem Beschützer und Hüter der Bilche aus der Gottscheer Volksüberlieferung - wieder zum Leben erweckt. Groß und Klein werden in die geheimnisvolle Welt der Gottscheer Wälder und ihrer tierischen und imaginären Bewohner geführt. Dabei sensibilisiert die Geschichte auch für die Bedeutung des Naturschutzes. Die deutsche Übersetzung dieses slowenischen Kinderbuchs lädt dazu ein, die Regiuon Kocevska / Gottschee, ihre unberührte Natur und ihr kulturelles Erbe besser kennenzulernen.

Pesemsko izročilo Kočevske (Das Liedgut der Gottschee)

Mit dem Buch Pesemsko izročilo Kočevske (Das Liedgut der Gottschee) ist fast 130 Jahre nach der Veröffentlichung der ethnografischen Studie und Sammlung von Liedern aus der Gottschee von Adolf Hauffen, das größtenteils im Gottscheer Dialekt verfasst ist, auch in slowenischer Sprache zugänglich. Neben der Übersetzung des Buches "Die deutsche Sprachinsel Gottschee. Geschichte und Mundart, Lebensverhältnisse, Sitten und Gebräuche, Sagen, Märchen und Lieder" (1895) ins Slowenische enthält das Werk auch wissenschaftliche Artikel desselben Autors sowie Einordnungen von Anja Moric.

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