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Datum
28.8.2026
Autor

Stiftung Verbundenheit beim „Gemeinsamen Gedenken“ im Roten Rathaus

Dr. Marco Just Quiles, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Verbundenheit, mit Walter Gauks, Ansprechperson des Landes Berlin für Deutsche aus Russland, Spätaussiedler und Vertriebene.

Auf Einladung von Walter Gauks, Ansprechperson des Landes Berlin für Deutsche aus Russland, Spätaussiedler und Vertriebene, nahm die Stiftung Verbundenheit am 28. August 2026 an der zentralen Gedenkveranstaltung „Gemeinsames Gedenken“ im Roten Rathaus in Berlin teil. Für die Stiftung war Hauptgeschäftsführer Dr. Marco Just Quiles vor Ort.

Die Gedenkveranstaltung gehörte zu den zentralen Programmpunkten der Kultur- und Erinnerungstage 2026. Diese finden vom 22.August bis zum 5. September 2026 unter dem Leitgedanken „Demokratie braucht Erinnerungskultur“ an verschiedenen Orten in Berlin statt. Die Veranstaltungsreihe bringt Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft sowie Angehörige der betroffenen Gemeinschaften zusammen.

Rednerinnen und Redner der zentralen Gedenkveranstaltung im Roten Rathaus: Cansel Kiziltepe, Dr. Bernd Fabritius, Kai Wegner und Walter Gauks.

Zu den Gästen und Rednern im Roten Rathaus gehörten unteranderem der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, die Berliner Senatorin für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung, Cansel Kiziltepe, der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Dr. Bernd Fabritius, sowie Walter Gauks als Ansprechperson des Landes Berlin für Deutsche aus Russland, Spätaussiedler und Vertriebene.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das Gedenken an den stalinistischen Erlass vom 28. August 1941, der sich im Jahr 2026 zum 85. Mal jährt. Nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion wurden die dort lebenden Deutschen unter einen pauschalen Verdacht gestellt. Der Erlass leitete die massenhafte Deportation der deutschen Bevölkerung innerhalb der Sowjetunion ein. Für die Betroffenen und ihre Familien folgten Vertreibung, Zwangsarbeit, Entrechtung und jahrzehntelange Repressionen.

Die Folgen dieser Ereignisse prägen die Lebensgeschichtenzahlreicher Familien bis in die Gegenwart. Eine lebendige Erinnerungskulturbewahrt dieses historische Wissen und schafft zugleich Raum für Begegnung, Austausch und gesellschaftliche Anerkennung. Sie trägt dazu bei, Erfahrungen von Verfolgung, Deportation und Heimatverlust sichtbar zu machen und an die nachfolgenden Generationen weiterzugeben.

Das Programm im Roten Rathaus verband politische Redebeiträge mit musikalischen und kulturellen Elementen sowie dem neu konzipierten Theaterstück „Die Enkel des Gulags“. Damit wurde deutlich, dass Erinnern nicht allein auf die Vergangenheit gerichtet ist. Aus der Auseinandersetzung mit historischen Erfahrungen erwächst zugleich eine Verantwortung für Demokratie, Freiheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Gegenwart.

Die Kultur- und Erinnerungstage 2026 umfassen neben der zentralen Gedenkveranstaltung weitere Konzerte, Ausstellungen, Führungen, Begegnungsformate und Dialogveranstaltungen an verschiedenen Orten in Berlin.Sie erinnern an die Opfer und ihre Familien und machen zugleich die Geschichte,Kultur und gesellschaftlichen Leistungen der Deutschen aus Russland, der Spätaussiedler und der Vertriebenen sichtbar.

Einen weiteren historischen Bezugspunkt bildet die Chartader deutschen Heimatvertriebenen aus dem Jahr 1950. Mit dem darin erklärten Verzicht auf Rache und Vergeltung sowie dem Bekenntnis zu einer europäischen Verständigung setzte sie nach den Erfahrungen von Krieg, Flucht und Vertreibung ein wichtiges Zeichen für Versöhnung und einen friedlichen Neuanfang.

Die Teilnahme von Dr. Marco Just Quiles unterstreicht den Stellenwert, den die Auseinandersetzung mit Geschichte, die Bewahrung kultureller Identität und der Dialog mit den unterschiedlichen deutschen Minderheiten und Gemeinschaften für die Arbeit der Stiftung Verbundenheiteinnehmen. Erinnerung und Verständigung bilden eine wichtige Grundlage für ein demokratisches und respektvolles Miteinander.

Die Stiftung Verbundenheit dankt Walter Gauks herzlich für die Einladung zu dieser bedeutenden Gedenkveranstaltung und für die gute, vertrauensvolle und kontinuierliche Zusammenarbeit. Die Veranstaltung im Roten Rathaus setzte ein wichtiges Zeichen dafür, dass historische Erinnerung und demokratische Verantwortung untrennbar miteinander verbunden sind.

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